Atmosphärisch, tiefgründig und von leiser Wucht

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Die rund 25 Seiten der Leseprobe zu Tommie Goerz’ Roman Der Baum haben mich von der ersten Zeile an gefesselt und tief berührt.
Schon der Einstieg erzeugt durch ein aufziehendes Unwetter eine ungemein dichte und fast greifbare Atmosphäre im alten Wirtshaus.
Der Ich-Erzähler Michel sitzt allein an dem großen Tisch, an dem früher das gesamte Dorf zusammenkam.
Diese Szenerie bildet den perfekten Rahmen für einen melancholischen und ehrlichen Rückblick auf ein ganzes Leben.

Der Autor beweist einmal mehr sein herausragendes Gespür für eine schnörkellose, bildhafte und kraftvolle Sprache.

Man spürt sofort die schwere Last der Vergangenheit, die familiären Konflikte mit dem Vater und die Sehnsucht nach Jugend und Freiheit.
Besonders die Figurenzeichnung wirkt authentisch, nahbar und absolut lebendig.

Die Leseprobe lässt erahnen, welch emotionale Tiefe und universelle Fragen über Heimat und Schuld in dieser Geschichte stecken.
Dieser Auftakt macht unheimlich neugierig auf den weiteren Verlauf und lässt mich das Buch unbedingt lesen wollen.