Ein Wirtshaus voller Erinnerungen

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apfelmaus Avatar

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Schon der Einstieg mit dem heftigen Gewitter ist sehr bildhaft beschrieben. Man kann sich gut vorstellen, wie Michel allein in seiner Gaststube sitzt und immer unruhiger wird. Dass er auch im Alter noch solche Angst vor Gewittern hat und sich dabei an seinen Großvater erinnert, fand ich berührend.

Als Liz auftaucht, wird die Geschichte etwas lebendiger. Mir gefällt, wie selbstverständlich sie sich um Michel kümmert, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Durch ihre Fragen erfährt man dann, wie das Wirtshaus zu seinem Namen gekommen ist und welche Bedeutung der große Kirschholztisch früher für das Dorf hatte.

Der Schreibstil ist ruhig und sehr detailreich. Man merkt, dass hier nicht nur Michels Geschichte erzählt werden soll, sondern auch ein Stück Dorfleben, das langsam verschwindet. Allerdings fand ich manche Erklärungen schon in der Leseprobe etwas ausführlich. Besonders bei den verschiedenen Geschichten über die Herkunft des Kirschbaums hätte es für mich etwas weniger sein dürfen.

Trotzdem hat mich die Idee angesprochen, dass sich an einem einzigen Tisch so viele Erinnerungen und Lebensgeschichten sammeln. Ich würde gern erfahren, was Michel selbst erlebt hat und welche Menschen ihn geprägt haben. Ich hoffe allerdings, dass es im weiteren Verlauf nicht nur bei den vielen kleinen Anekdoten bleibt, sondern auch seine persönliche Geschichte mehr Raum bekommt.