Wenn Erinnerungen gefühlt und nahezu lebendig werden …

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Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Dieser mächtige, alte Baum mit seinem knorrigen Stamm und der weit ausladenden, beinahe wilden Krone zieht meinen Blick förmlich auf sich. Besonders gefällt mir das Spiel der verschiedenen Grüntöne im dichten Laub, von hellen, fast leuchtenden Partien bis hin zu tiefen Schatten. Dazu dieser fahle, beinahe unheimlich grünliche Himmel, über dem sich schwere, grauviolette Gewitterwolken zusammenziehen. Man spürt förmlich die Spannung in der Luft!

Auch der Klappentext macht mich ausgesprochen neugierig. Am liebsten würde ich mich unauffällig irgendwo dazusetzen und den Gesprächen am Stammtisch lauschen. In diesem Wirtshaus scheint es ja einiges zu erzählen und vermutlich auch einiges zu verheimlichen zu geben!

Die Leseprobe hat meine Neugier dann noch einmal ordentlich gesteigert. Tommie Goerz hat mich mit seinem ruhigen, wunderbar bildhaften Erzählstil sofort begeistert. Wie er es schafft, mit wenigen Worten ganze Bilder und intensive Gefühle entstehen zu lassen, gefällt mir ausgesprochen gut. Die Spannung entwickelt sich dabei ganz unaufdringlich, durch Erinnerungen und kleine Andeutungen, hinter denen offenbar noch viel mehr steckt.

Besonders die eindrückliche Gewitterstimmung hat mich gepackt. Da ich selbst schon Schlimmes mit einem Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe erlebt habe, konnte ich Michels Angst nur allzu gut nachempfinden. Diese Szenen gingen mir tatsächlich direkt unter die Haut.

Michel ist mir mit seiner nachdenklichen, etwas verschlossenen Art bereits ans Herz gewachsen. Und auch die neugierige, mutige und herrlich gelassene Liz mag ich sehr. Ich bin wahnsinnig gespannt, was Michel im Laufe seines Lebens alles erlebt hat und welche Geheimnisse er wohl noch mit sich herumträgt.

Ich erwarte eine vielschichtige Geschichte, die noch einige Überraschungen, berührende Momente und vermutlich auch unbequeme Wahrheiten bereithält. Besonders reizt mich, dass hier nicht alles gleich offengelegt wird, sondern man zwischen den Zeilen lesen und sich seine eigenen Gedanken machen darf. Die Leseprobe war jedenfalls viel zu schnell zu Ende! Ich hätte liebend gerne sofort weitergelesen und würde mich riesig freuen, das Buch in seiner Gesamtheit kennenlernen zu dürfen.