Worte wie Pinselstriche

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Der wunderschöne Baum auf dem Cover schlägt eine perfekte Brücke zum Inhalt der Leseprobe: Ein mächtiger, alter Kirschbaum wurde durch ein schweres Gewitter im Jahre 1923 entwurzelt. Der Urgroßvater des Protagonisten (Michel) ließ ihn zu einem Tisch umbauen, der jedoch aufgrund seiner enormen Ausmaße nicht in sein Haus hineinpasste. Daraufhin baute er kurzerhand ein ganzes Gasthaus um den Tisch herum. So entstand „Der Baum“, der nun in vierter Generation von Michel betrieben wird.
„Der Baum“ ist die Bühne für die melancholische Rückblicke von Michel auf das damalige Dorfleben, das sich im Wesentlichen an diesem großen Tisch abgespielt hat. Trotz seiner schnörkellosen Sprache – oder gerade deshalb - erweist sich der Autor als wahrer Wortmaler: Die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen tragen mühelos an die Orte des Geschehens. Das Grollen des Gewitters wird förmlich hörbar, man meint mitten im Sturm zu stehen … man liest mit allen Sinnen und wird dabei unwillkürlich von einer gewissen Nostalgie erfasst.

Das Ende der Leseprobe hat mich viel zu früh aus der Welt des Wirtshauses gerissen und mich mit unglaublicher Lust auf jede einzelne weitere Seite zurückgelassen.