Beständig

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clematis Avatar

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„Der Baum“ erzählt die Geschichte vom alten Gruber Michel. Schnörkellos und nah am Leben, so wie es nur Tommie Goerz kann.

Melancholisch, nachdenklich, aber ohne Bitterkeit erinnert sich der Michel an früher, daran, was er als Kind, in seiner Jugend, und später als Erwachsener, erlebt hat. Mehr als fünfzig Jahre liegen einschneidende Erlebnisse zurück, holt ihn schlussendlich die Vergangenheit wieder ein. Aber der Michel blickt nicht traurig zurück. Was vorbei ist, ist vorbei, die Erinnerungen leben nicht nur in einer alten Kiste, sondern auch in seinem Gedächtnis und nicht zuletzt in seinem Herzen weiter. Nach außen hin scheint der Wirt ein „gstandenes Mannsbild“ zu sein, wie aber sieht es tief in seinem Inneren wirklich aus? Beständig harrt er an seinem Platze aus, gleich einem Baum, der starke Wurzeln gebildet hat. Das Ende überrascht und erübrigt so manche Frage, die sich zuvor gestellt hat.

Mit seinem einzigartigen, so einfachen, aber gleichzeitig doch so eingehenden und bewegenden Schreibstil überzeugt Tommie Goerz ein weiteres, leider nunmehr letztes Mal. Umso mehr werden seine hervorragenden Werke (Im Tal, Im Schnee, diverse Krimis) im Gedächtnis bleiben. Der Baum, ein großartiger Roman über ein – auf den schnellen Blick – schlichtes Leben, hinter dem so viel mehr steckt. Klare Leseempfehlung für Menschen, die gerne weiter als nur bis zur Fassade blicken wollen.