Ein stilles Buch über das Leben, das bleibt

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barbaram Avatar

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„Der Baum“ von Tommie Goerz ist für mich ein ganz besonderes Buch. Eigentlich erzählt es vom einfachen, ganz normalen Leben und gerade darin liegt seine große Stärke. Von Kindheit und Jugend, von Familie und Liebe, von Heimat, Schuld und verpassten Möglichkeiten. Es ist kein leichtes Leben, von dem Tommie Goerz erzählt. Manches ist hart, manches traurig und über allem liegt eine leise Melancholie. Und doch hatte ich nie das Gefühl, dass das Buch schwermütig sein möchte. Es ist vielmehr ehrlich und ungeschönt. Besonders beeindruckt hat mich die wunderschöne Sprache. Goerz braucht keine großen Worte, um große Gefühle entstehen zu lassen. Beim Lesen hatte ich die Menschen, das Dorf und vor allem das alte Wirtshaus regelrecht vor Augen. Mehr noch: Ich hatte seinen Geruch in der Nase. Diesen ganz eigenen Geruch eines alten Wirtshauses, den ich selbst noch kenne und den man wohl nie ganz vergisst. Das Buch erzählt von einer Welt, die langsam verschwindet, von einem Ort, an dem Menschen zusammenkamen und an dem sich ein ganzes Leben abgespielt hat. Dabei wirft „Der Baum“ immer wieder Fragen auf: Was macht ein gelungenes Leben aus? Welche Entscheidungen bestimmen unseren Weg? Was bleibt am Ende? Und kann man dem Ort, aus dem man kommt, überhaupt jemals wirklich entkommen? Ein stilles, hartes und zugleich wunderschönes Buch, das mich sehr berührt hat und noch lange nach der letzten Seite beschäftigt.
Wie schön, dass es dieses Buch, diese Geschichte gibt.