Grandiose Zeitreise

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stoepfel Avatar

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Ich kannte vor dem "Baum" kein Buch des Autors. Die atmosphärische Schilderung des Gewitters, der Angst dieses Mannes vor dieser Naturgewalt, die hat mich sofort in den Bann geschlagen.

Der Widerspruch schwingt immer mit. Da ist ein Wirt, der sich von äußeren Einflüssen wenig beeindrucken lässt. Aber das Gewitter. Das hat etwas aufgewühlt. Sorgsam wird die Vergangenheit freigelegt. Das ist die ebenso fesselnde wie unspektakuläre Geschichte.

Man muss diesen Michel einfach mögen. Er trotzt der Welt, er macht sein Ding. Der "Baum" folgt dem Lebensrhythmus seines Wirts, der schonmal zusperrt, auch wenn da Städter, Sensationstouristen, auf Internet-Einträge zu Öffnungszeiten verweisen:

"Das hab ich da nicht reingeschrieben, ich hab gar kein Internet. Weiß nicht mal recht, was das ist." (S. 46)

Der "Baum" ist wie ein Zeittor in eine andere Welt, immerhin dürfen inzwischen auch Frauen da Bier bestellen und trinken, zumindest die Liz. Es ist unterhaltsam, fast erholsam, abzutauchen in diese ruhige, frühere Welt, bis dann die Erinnerungen nicht länger da bleiben, wo sie 'vergraben' wurden.

Ich bin dankbar, den Autor anhand dieses Buchs entdeckt zu haben. Immerhin kann ich mich nun rückwirkend durch die anderen Romane lesen.

Daher vielen Dank an vorablesen.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!