Regt zum Nachdenken an
Manche Orte lassen einen einfach nicht los. In Tommie Goerz’ Roman ist es das Wirtshaus „Der Baum“, das für Michel weit mehr bedeutet als nur ein Zuhause. Über Generationen hinweg war es der Mittelpunkt des Dorfes, ein Ort der Begegnung und Geselligkeit. Doch inzwischen ist es still geworden, und Michel blickt auf ein Leben zurück, das von Liebe, familiären Konflikten und folgenschweren Entscheidungen geprägt wurde. Besonders berührt mich der Gedanke, dass man vor seiner Vergangenheit davonlaufen kann und doch irgendwann zu den eigenen Wurzeln zurückkehrt. Die Erinnerungen an den Großvater, die unerfüllte Liebe zu Berta und die Schuld, die Michel mit sich trägt, versprechen eine Geschichte voller Menschlichkeit und leiser Zwischentöne. Tommie Goerz scheint auch hier weniger auf große Dramatik als auf die Wahrheiten des Lebens zu setzen. Ein Roman, der zum Nachdenken über Heimat, Vergebung und die eigene Vergangenheit einlädt.