Was von einem Leben bleibt...

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elke17 Avatar

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Was soll ich über dieses letzte Buch von Tommie Goerz sagen?

Wie bei allen Büchern, die ich von ihm gelesen habe, war meine Kehle eng, als ich die letzten Seiten gelesen hatte, denn er versteht es doch wie kein anderer, das ganze Leben einer verwundeten Seele in seine Erzählungen zu packen. Und dafür benötigt er noch nicht einmal viele Worte.

Wenn Michel, der Wirt vom „Baum“, einer typischen Dorfkneipe, wie man sie bis vor einigen Jahren noch in vielen kleinen fränkischen Dörfern finden konnte (gibt’s mittlerweile kaum noch, weil die Menschen dort nur noch zu bestimmten Anlässen wie Leichenschmaus zusammenkommen) allein am Wirtshaus-Tisch sitzt und sich in Erinnerungen verliert, lässt er sein nicht gelebtes Leben an sich vorüberziehen.

Die Kindheit auf dem Land, der Versuch, dem Leben eine andere Richtung zu geben, die verpassten Möglichkeiten und die Schuldgefühle, die ihn wieder in die vermeintliche Sicherheit der Heimat zurücktreiben, das alles fasst der Autor in knappe Worte, von denen jedes einzelne mitten ins Herz trifft und deshalb auch dem Leser/der Leserin den Anstoß gibt, den sehr oft schmerzlichen Blick zurück zu wagen.

Ein melancholisches Büchlein mit gerade einmal 160 Seiten Erinnerungen. Eindrückliche Bilanz eines ungelebten Lebens, über dem schon der Hauch des Abschieds liegt.

Tommie Goerz ist am 14. März 2026 gestorben. Seine Stimme wird fehlen.