Wirtshaustisch und Alte Wunden
Vier Sterne für ein Buch, das lange nachhallt. Tommie Goerz legt mit „Der Baum“ einen Roman vor, der wahrlich keine leichte Kost ist, den Leser aber auf eine ganz eigene, melancholische Art tief berührt.
Im Zentrum steht der alte Wirt Gruber Michel, der während eines Unwetters seiner Stammkundin Liz und damit auch uns Lesern seine Lebensgeschichte anvertraut. Es ist eine Geschichte über das Lasten-Tragen: Michel wächst unter einem cholerischen Vater auf, muss früh Verantwortung übernehmen, verliert durch Vorurteile seine große Jugendliebe Berta und kehrt schließlich – gebunden durch ein tiefes, ambivalentes Schuldverhältnis – in das elterliche Gasthaus zurück, das nach einem alten Kirschbaum benannt ist.
Goerz erzählt diese Geschichte in einer schnörkellosen, fast spröden Sprache, die perfekt zur fränkischen Dorfatmosphäre und zu Michels Charakter passt. Das Buch regt intensiv zum Nachdenken an: Über familiäre Prägungen, über verpasste Lebenschancen, die Strenge früherer Generationen und darüber, wie viel ein Mensch aushalten kann, bevor er zerbricht.
Gerade weil der Ton so unaufgeregt und die Schicksale oft schwer zu schlucken sind, ist die emotionale Wucht umso größer. Es ist eine berührende, geerdete Geschichte über das Altwerden, das Festhalten und die leise Suche nach Versöhnung. Ein starkes, nachdenkliches Werk, das einen so schnell nicht mehr loslässt – verdiente vier Sterne!
Im Zentrum steht der alte Wirt Gruber Michel, der während eines Unwetters seiner Stammkundin Liz und damit auch uns Lesern seine Lebensgeschichte anvertraut. Es ist eine Geschichte über das Lasten-Tragen: Michel wächst unter einem cholerischen Vater auf, muss früh Verantwortung übernehmen, verliert durch Vorurteile seine große Jugendliebe Berta und kehrt schließlich – gebunden durch ein tiefes, ambivalentes Schuldverhältnis – in das elterliche Gasthaus zurück, das nach einem alten Kirschbaum benannt ist.
Goerz erzählt diese Geschichte in einer schnörkellosen, fast spröden Sprache, die perfekt zur fränkischen Dorfatmosphäre und zu Michels Charakter passt. Das Buch regt intensiv zum Nachdenken an: Über familiäre Prägungen, über verpasste Lebenschancen, die Strenge früherer Generationen und darüber, wie viel ein Mensch aushalten kann, bevor er zerbricht.
Gerade weil der Ton so unaufgeregt und die Schicksale oft schwer zu schlucken sind, ist die emotionale Wucht umso größer. Es ist eine berührende, geerdete Geschichte über das Altwerden, das Festhalten und die leise Suche nach Versöhnung. Ein starkes, nachdenkliches Werk, das einen so schnell nicht mehr loslässt – verdiente vier Sterne!