Spannender Thriller mit kleinen Schwächen

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Nachdem Iliana Xander mich bereits mit „Love, Mom“ begeistern konnte, war klar, dass ich auch ihr neues Werk „Der Boss“ unbedingt lesen musste. Dank des flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstils ist mir der Einstieg in das Buch sehr leichtgefallen.

Die Autorin baut kontinuierlich Spannung auf, besonders durch die gelungenen Perspektivenwechsel. Einige Kapitel werden aus der Sicht von „Unbekannt“ erzählt, was die Atmosphäre zusätzlich verdichtet und für ein stetiges Unbehagen sorgt. Die Villa selbst wirkt durchgehend bedrohlich, und auch die Angestellten bleiben – ebenso wie der Boss – lange undurchschaubar. Genau dieses Gefühl, niemandem trauen zu können, macht einen großen Teil der Spannung aus. Zudem überrascht die Geschichte mit mehreren Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Hauptprotagonistin Natalie. Sie wirkte stellenweise sehr naiv, und nicht selten hätte ich sie am liebsten einmal kräftig geschüttelt. Außerdem war mir das Ende persönlich etwas zu wild und überladen, was den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck leicht geschmälert hat.

FAZIT: Trotz kleiner Schwächen ist „Der Boss“ ein atmosphärischer und spannender Thriller, der fesselt und mit überraschenden Momenten punktet. Lesenswert – wenn auch nicht ganz perfekt.