„Aber wenn ich nicht ausatme, wird mir das Herz schwer. Also schreibe ich weiter Briefe.“
“Neben der Aussicht hatte noch etwas anderes ihre Liebe zum Letter Shop geweckt. Es war die Farbe der Wände, die den Ton einer reifen Aprikose hatten. Die Farbe auf den leicht unebenen Betonwänden erinnerte sie an eine kleine Pappschachtel aus ihrer Kindheit, in der sie Spielzeugringe oder Haarbänder aufbewahrt hatte. Deren Anblick vermittelte ihr ein Gefühl von Geborgenheit und Freude, als seien alle wertvollen Dinge an einem Ort versammelt.” (Seite 23)
Ich würde dieses Buch als typisches palate cleanser Buch beschreiben. Leise, unaufgeregt und gefüllt mit schönen Worten.
„Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ ist wirklich treffend als Buchtitel. Eine Geschichte, die entschleunigt und dabei ein bisschen aus der Zeit gefallen scheint. Es betrachtet die kleinen Momente sowie Details und wirkt dabei schon beinahe schüchtern. Wie die asiatische Kultur, demütig und zurückhaltend. Es geht um gescheiterte Träume und mittendrin die Prota Hyoyeong. Sie ist auf der Suche nach Heilung, nach Ruhe, nach Beständigkeit. Sie landet also in einem kleinen Briefladen in Seoul, ein Ort wie eine kleine Rettungsinsel, gestrandet in der Zeit. Hier gibt es luxuriöses Schreibzeug, schönes Briefpapier, Deko und den Duft von Ink Wood. Außerdem eine kleine Besonderheit. Den anonymen Penpal Service. Ein Service für Menschen, die ihre Ängste, Gedanken und Träume zu Papier bringen und dabei Brieffreundschaften mit Gleichgesinnten pflegen können.
Das Buch hat eine gewisse und ruhige Poesie. Die Beschreibungen sind wunderschön. Düfte, Details und Stimmungen werden gekonnt eingefangen. Dabei ist immer der Fokus auf der asiatischen Zurückhaltung. Hyoyeong erstarrt, nur weil eine Kundin sie direkt anspricht. Sie versteckt sich im Laden hinter einem Vorhang, um keinen Blickkontakt zu haben und die Menschen aus ihrem sicheren Versteck zu beobachten. Es macht die soziale Ängstlichkeit spürbar, im Buch wird sie allerdings als Heilung inszeniert. Hyoyeng heilt, indem sie einfache Tätigkeiten wie das Papierfalten ausübt. Das Setting der Briefladen ist der Ankerpunkt der Geschichte. Mir hat er ein Gefühl von Geborgenheit gegeben. Er ist cozy und dabei wie eine sanfte Umarmung. Der Penpal Service ist wirkliche eine zuckersüße Idee und hat mich sofort begeistert.
Ich fand das Buch insgesamt sehr schön und erholsam für zwischendurch. Was mich aber meist an dieser Art von Geschichten stört, ist die repetitive Erzählstruktur. Es geht um sehr viele Einzelschicksale durch die Briefe, die wir erfahren, dadurch verlieren wir aber die Prota aus dem Blick. Die Melancholie schlummert dabei immer unter der Oberfläche und kann schmerzhafte Gedanken triggern.
Fazit: Ein sehr ehrliches, detailreiches und unaufgeregtes Buch voller schöner Beschreibungen. Perfekt, wenn man mal kurz durchatmen und sich in einer Geschichte ausruhen will.
3,5⭐
Ich würde dieses Buch als typisches palate cleanser Buch beschreiben. Leise, unaufgeregt und gefüllt mit schönen Worten.
„Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ ist wirklich treffend als Buchtitel. Eine Geschichte, die entschleunigt und dabei ein bisschen aus der Zeit gefallen scheint. Es betrachtet die kleinen Momente sowie Details und wirkt dabei schon beinahe schüchtern. Wie die asiatische Kultur, demütig und zurückhaltend. Es geht um gescheiterte Träume und mittendrin die Prota Hyoyeong. Sie ist auf der Suche nach Heilung, nach Ruhe, nach Beständigkeit. Sie landet also in einem kleinen Briefladen in Seoul, ein Ort wie eine kleine Rettungsinsel, gestrandet in der Zeit. Hier gibt es luxuriöses Schreibzeug, schönes Briefpapier, Deko und den Duft von Ink Wood. Außerdem eine kleine Besonderheit. Den anonymen Penpal Service. Ein Service für Menschen, die ihre Ängste, Gedanken und Träume zu Papier bringen und dabei Brieffreundschaften mit Gleichgesinnten pflegen können.
Das Buch hat eine gewisse und ruhige Poesie. Die Beschreibungen sind wunderschön. Düfte, Details und Stimmungen werden gekonnt eingefangen. Dabei ist immer der Fokus auf der asiatischen Zurückhaltung. Hyoyeong erstarrt, nur weil eine Kundin sie direkt anspricht. Sie versteckt sich im Laden hinter einem Vorhang, um keinen Blickkontakt zu haben und die Menschen aus ihrem sicheren Versteck zu beobachten. Es macht die soziale Ängstlichkeit spürbar, im Buch wird sie allerdings als Heilung inszeniert. Hyoyeng heilt, indem sie einfache Tätigkeiten wie das Papierfalten ausübt. Das Setting der Briefladen ist der Ankerpunkt der Geschichte. Mir hat er ein Gefühl von Geborgenheit gegeben. Er ist cozy und dabei wie eine sanfte Umarmung. Der Penpal Service ist wirkliche eine zuckersüße Idee und hat mich sofort begeistert.
Ich fand das Buch insgesamt sehr schön und erholsam für zwischendurch. Was mich aber meist an dieser Art von Geschichten stört, ist die repetitive Erzählstruktur. Es geht um sehr viele Einzelschicksale durch die Briefe, die wir erfahren, dadurch verlieren wir aber die Prota aus dem Blick. Die Melancholie schlummert dabei immer unter der Oberfläche und kann schmerzhafte Gedanken triggern.
Fazit: Ein sehr ehrliches, detailreiches und unaufgeregtes Buch voller schöner Beschreibungen. Perfekt, wenn man mal kurz durchatmen und sich in einer Geschichte ausruhen will.
3,5⭐