Buch über ganz besondere Brieffreundschaften

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la tina Avatar

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Dies ist ein eher ruhig gehaltenes Buch, welches zwei Themen behandelt: auf der einen Seite Brieffreundschaften bzw. das Briefeschreiben an sich, auf der anderen Seite eine junge Frau auf dem Weg, mit ihren Wünschen und Zielen bzw. ihrer Wut ins Reine zu kommen.
Im Gegensatz zu dem Buch Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen (von Ito Ogawa) geht es hier weniger um verschiedene Techniken des Schreibens, Arten der Wortwahl oder Papiersorten je nach Anlass, sondern um einen kleinen Briefladen in einem ruhigen Stadtteil Seouls, welcher neben Brief- und Schreibzubehör einen aussergewöhnlichen PenPal-Service anbietet. Man schreibt einen Brief an Unbekannt und nimmt sich im Gegenzug einen anderen Brief mit, welchen jemand an Unbekannt geschrieben hat. Auf diese Art entstehen unerwartet anonyme Kontakte, die sich auf verschiedene Weise entwickeln können. Einige dieser Briefe sind auch im Buch abgedruckt.
In diesem Briefladen hat Studentin Woo Hyoyeong kürzlich einen Job angenommen. Sie ist so voller Wut auf ihre ältere Schwester Hyomin, die einen Fehler gemacht hat, dass sie ihr sogar die Schuld dafür gibt, in ihrem Studium nicht voranzukommen.
Der Teil rund um das Briefeschreiben und wie Hyoyeong langsam in dem Laden Fuß fasst und mit all den Kundinnen und Kunden interagiert ist wirklich schön zu lesen. Nebenbei erfährt man immer wieder kleine Details über die Verfasser der Briefe, über deren Leben oder was sie beschäftigt. Was mich von Beginn an leider störte war diese Wut-Komponente der Protagonistin. Zwar war ich auch enttäuscht zu lesen, dass die ältere Schwester ihrer Familie den Rücken gekehrt und im Gegenzug einen Berg Schulden zugeschoben hat, doch dieser langanhaltende Trotz, nicht mal Briefe der Schwester zu lesen (die wiederholt Kontakt suchte), sondern stattdessen die Schwester für ihre eigenen Unzufriedenheiten verantwortlich zu machen, haben mich ziemlich genervt. Leider zog sich dies wiederkehrend durch den ganzen Roman, bis das endlich mal unter den Frauen geklärt wurde. Möglich, dass es von der Autorin als soziale Komponente für zusätzliche Spannung sorgen sollte, ich empfand es als anstrengend und belastend für die ganze Story.
Alles rund um den Briefladen sowie die Brieffreundschaften ist auf eine ruhige und sympathische Weise beschrieben, um beim Lesen entschleunigen zu können. Die Lage des Ladens in einem ruhigen Teil der Großstadt ist hier meiner Meinung nach passend gewählt, dadurch hat es einen leichten Kleinstadt-Charakter. Die persönlichen Probleme der Protagonistin, die leider auch eine Mischung aus Wut und Trotz beinhalten, habe ich leider als nervig denn als spannend empfunden, was mein Lesevergnügen wiederholt schmälerte. Testet einfach für euch aus, inwiefern euch dieser Part stört oder auch nicht, denn der Briefladen selbst ist definitiv einen Besuch wert.