Ein ruhiges, etwas nostalgisches Buch
Zugegeben, das war mein erstes Buch überhaupt, das von einer asiatischen Autorin stammt und sich gänzlich dort - in diesem Fall Südkorea - abspielt. Am Anfang tat ich etwas schwer mit dem Auseinanderhalten der Personen (wegen der koranischen Namen), und der trockene Schreibstil mit vielen Detailbeschreibungen - wer was trug etc.- ließ mich mit dem Buch auch nicht so ganz warm werden. Aber nach und nach habe ich das Lesen und das Eintauchen in die ruhige Welt des Briefladens genossen. Das Tempo ist eher langsam, es gibt keine großen Wendungen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte und der Konflikt zweier Schwestern, die man nach und nach kennenlernt, und auch am Heilungsprozess - durch das Lesen - teilnimmt. Der Roman feiert die versteckte Poesie und Schönheit des Alltags. Die "eingeblendeten" Briefe der Penpal Service waren etwas zu oberflächlich für mich. Ich hätte lieber mehr über eine konkrete Brieffreundschaft gelesen, als verschiedene Briefe. Das Cover passt einigermaßen gut zum Roman, die Stimmung passt jedenfalls. Es ist jetzt nicht mein "Lebensbuch", aber ich habe es nicht bereut, es gelesen zu haben.