Sehr atmosphärisch
„Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ von Baek Seungyeon nimmt dich direkt mit in einen Briefladen. Wenn du keine Vorstellung von einem solchen Laden hast, lernst du ihn schon vor dem Lesen auf dem Bild des Buchcovers kennen. So kannst du nachempfinden, wo die Geschichte im Inneren des Buches sich gleich abspielen wird. Um noch kurz beim wunderschönen Erscheinungsbild des Buches zu verweilen: die Seiten sind unterschiedlich lang und sehen aus wie gestapelte Briefe. Es mutet wie ein haptischer (Farb-)Schnitt an und rundet das Äußere des Romans ganz besonders ab. Ich finde hier wurde sich ganz viel Mühe gegeben um ein optisches und haptisches Leseerlebnis zu ermöglichen. Auch im Inneren finden wir Besonderheiten wie immer wieder abgedruckte Briefe, die mit in die Geschichte einfließen. Die einzelnen Personen, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen werden zu Beginn, wie auf einer Pinnwand des Briefladens einmal vorgestellt. Ich fand die Möglichkeit, die Personen aufgrund ihrer koreanischen Namen nachschlagen zu können, um vor allem zu Beginn den Überblick zu behalten, sehr hilfreich. Hierbei habe ich auch wieder gemerkt, dass ich koreanische Namen schneller mal durcheinander bekomme, weil sie mir nicht geläufig sind. In ruhigem Erzähltempo begleiten wir beim Lesen die verschiedenen Personen, die im Briefladen aufeinander treffen. Für mich war die Geschichte an der ein oder anderen Stelle zu entschleunigend erzählt. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit der Veränderung der Erzählperspektive vom Ich-Erzähler zum allwissenden-Erzähler. Auch wenn ich weiß, dass es durch die geschriebenen Briefe diesen Wechsel geben musste.
Die Idee von einem Briefladen finde ich sowohl als Romanidee als auch in der Wirklichkeit innovativ. Da ich selber gerne Briefe schreibe, wäre ein solcher Laden ein Ort den ich gerne besuchen würde. In Seoul gibt es diesen Briefladen tatsächlich und du kannst wie im Buch beschrieben über einen Penpal‑Service Briefe an Unbekannte schreiben. Und wer weiß vielleicht entwickelt sich daraus eine Brieffreundschaft. Ich glaube, auch dieses Buch kann dazu beitragen das Briefeschreiben wieder aufleben zu lassen. Denn „im Gegensatz zu E-mails oder Chatnachrichten zeichnet sich ein Brief nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch die Handschrift des Absenders aus. Manchmal Sind auch kleine Zeichnungen hinzugefügt. Und je nachdem, welches Schreibgerät man benutzt, verleiht das dem Brief eine andere Stimmung. Jeder Brief strahlt die Individualität des Verfasser aus, er ist auf diese Weise eine ganz persönliche und authentische Ausdrucksform.“
Die Idee von einem Briefladen finde ich sowohl als Romanidee als auch in der Wirklichkeit innovativ. Da ich selber gerne Briefe schreibe, wäre ein solcher Laden ein Ort den ich gerne besuchen würde. In Seoul gibt es diesen Briefladen tatsächlich und du kannst wie im Buch beschrieben über einen Penpal‑Service Briefe an Unbekannte schreiben. Und wer weiß vielleicht entwickelt sich daraus eine Brieffreundschaft. Ich glaube, auch dieses Buch kann dazu beitragen das Briefeschreiben wieder aufleben zu lassen. Denn „im Gegensatz zu E-mails oder Chatnachrichten zeichnet sich ein Brief nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch die Handschrift des Absenders aus. Manchmal Sind auch kleine Zeichnungen hinzugefügt. Und je nachdem, welches Schreibgerät man benutzt, verleiht das dem Brief eine andere Stimmung. Jeder Brief strahlt die Individualität des Verfasser aus, er ist auf diese Weise eine ganz persönliche und authentische Ausdrucksform.“