Female Empowerment und ein Buchclub – gibt es eine großartigere Kombi?

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kahlfrid Avatar

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Nach den ersten 40 Seiten von „Der Buchclub der eigensinnigen Frauen“ - von dem auffallenden und ansprechenden Cover, dem starken Titel und der schönen Widmung mal ganz abgesehen - bin ich jedenfalls sehr gespannt, wie sich die Geschichte der vier Frauen weiterentwickeln wird.

Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen: Wir sind direkt mittendrin, spüren die Vorfreude auf das erste Treffen des Buchclubs und gleichzeitig ein leises Brodeln der Unzufriedenheit und des Hinterfragens. Dazu kommt eine zarte Aufbruchsstimmung.

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven und obwohl Margaret, Charlotte, Bitsy und Vivian auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten, haben sie alle etwas, das sie unzufrieden macht.
Da ist Margaret, die sich als Hausfrau und Mutter nach mehr Anerkennung sehnt. Vivian ist sechsfache Mutter und möchte gerne wieder in ihren Beruf als Krankenschwester zurück. Charlotte ist rebellisch, neu in der Stadt und nach einer psychiatrischen Behandlung auf der Suche nach ihrem Platz. Und Bitsy ist ungewollt kinderlos und fühlt sich einsam. Schon auf den ersten Seiten wirken die vier Frauen nahbar und vielschichtig, was mir gut gefällt.

Das erste Buch des neuen Buchclubs, „Der Weiblichkeitswahn“, ist umstritten und herausfordernd. Auch an anderen Stellen werden kontroverse Fragen aufgeworfen: Wie zufrieden darf oder muss eine Frau mit ihrem Leben und in ihrer Ehe sein? Was ist ihre Arbeit wert, wenn sie sich um Haushalt und Familie kümmert? Und wie unbequem darf eine Frau sein und welche Forderungen darf sie stellen – darf sie es überhaupt?

Auch die Kraft von Büchern spielt bereits eine wichtige Rolle. Margaret fühlt sich durch ein Buch gesehen - und findet plötzlich Worte für etwas, das sie zwar schon lange empfindet, bisher jedoch nicht benennen konnte.

Überhaupt gibt es viele bildliche Darstellungen, was ich sehr gelungen finde, weil dadurch die Empfindungen und die Lebensrealität der Frauen spürbar werden. Beispielsweise bekommt Margaret von ihrem Mann zu Weihnachten ein Abo für A Woman’s Place – wobei das Exemplar, das er ihr schenkt, bereits mehrere Monate alt ist und aus dem Wartezimmer seines Zahnarztes stammt. Margaret hatte ihm im Gegenzug ein Feuerzeug und vergoldete Manschettenknöpfe geschenkt.

Nach dem Einstieg in die Geschichte – den Vorbereitungen für das Auftakttreffen des Buchclubs und den vier unterschiedlichen Perspektiven – folgt eine Rückblende zu Margaret drei Monate zuvor. Sie entdeckt im Schaufenster eine Schreibmaschine und überlegt, ob sie sie sich leisten soll, obwohl sie eigentlich außerhalb ihres Budgets liegt. Auch dieser Erzählstrang hat meine Neugier geweckt: Wird Margaret die Schreibmaschine kaufen? Und was wird sie damit möglicherweise lostreten?

Auch bezüglich des Buchclubs bin ich neugierig: Wie werden sich die vier Frauen näherkommen? Wie werden sie sich persönlich entwickeln? Was bedeutet diese Gruppe für ihr Leben? Was tritt „Der Weiblichkeitswahn“ los? Und entsteht aus der anfänglichen Aufbruchsstimmung tatsächlich eine Revolution?

Bücher, Freundschaft und Frauen, die anfangen, ihre eigenen Wünsche ernst zu nehmen – ich möchte auf jeden Fall wissen, wohin diese vier Frauen ihr Buchclub noch führen wird.