Feministisch und gesellschaftskritisch im Kleinen
Tatsächlich hat mich der Titel direkt angesprochen. Ein Buchclub? Und dann noch mit eigensinnigen Frauen? Das klingt, als könnte etwas Großartiges dabei herauskommen.
Das Cover selber habe ich da weniger wahrgenommen. Es passt aber perfekt in die 1960er, in denen das Buch spielt. Auf den ersten Blick wirkt alles ruhig, stimmig, adrett und hübsch. Aber wenn man genau hinschaut, fällt das pinke Buch auf, das wie ein kleiner rebellischer Akt wirkt. Das gefällt mir.
Auch inhaltlich konnte mich die Leseprobe abholen. Ich mag gesellschaftskritische und feministische Bücher. Margaret ist unzufrieden mit ihrem Leben und man merkt, sie will mehr als nur Mutter und Hausfrau sein. Aber worin genau ihre Unzufriedenheit liegt, kann sie selbst (noch?) nicht in Worte fassen. Sie, Charlotte, Bitsy und Viv scheinen vom ersten Eindruck her unterschiedliche Beweggründe zu haben, an dem Buchclub teilzunehmen, aber man merkt, dass sie alle eine innere Unruhe verbindet.
Bereits auf diesen ersten Seiten zeigen sich die patriarchalen Strukturen der damaligen Zeit immer wieder und auch die ersten rebellischen Handlungen im Kleinen, wie z. B. das Buch „Der Weiblichkeitswahn“, das Margarets Gefühle rechtfertigt, ihr heimlicher Kauf einer Schreibmaschine, einfach weil sie gerne wieder Schreiben möchte oder Vivs Standhaftigkeit, wenn sie mit ihrem Mann darüber diskutiert endlich wieder zu arbeiten.
Marie Bostwick verpackt dies alles in einen lockeren, zugänglichen und bildlichen Schreibstil, der mich ein wenig an „Eine Frage der Chemie“ erinnert und es leicht macht, sich in die Handlung zu vertiefen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, welche Bücher sich die Frauen noch aussuchen, welche Reaktionen diese bei ihnen hervorrufen und ob der gemeinsame Austausch sie zu Verbündeten macht und die begonnene Rebellion im Kleinen größere Kreise ziehen wird.