vielschichtige Charaktere und ein breites Spektrum weiblicher Lebensrealität der 60er

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maren1985 Avatar

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Das Cover ist für mich warm und einladend – die Illustration mit den Frauen und Büchern passt gut zum nostalgischen 60er-Jahre-Setting und signalisiert sofort "Frauenroman mit Tiefgang", ohne kitschig zu wirken.
Der Schreibstil ist angenehm bildhaft und sinnlich: Man riecht förmlich die Fichtenzweige und sieht die dottergelbe Küche vor sich.

Die Erzählerin wechselt geschickt zwischen den Perspektiven der vier Frauen, ohne dass es sprunghaft wirkt. Der Spannungsaufbau ist sehr geschickt gemacht, durch kleine Cliffhanger und vorausdeutende Sätze – die versteckte Schreibmaschine, Vivs Übelkeit, die angedeutete "Sache mit Walt an Weihnachten".
Man spürt: Da braut sich etwas zusammen, ohne dass es aufdringlich wirkt. Die Charaktere sind vielschichtig: Margaret als Sehnsuchts-Hausfrau, die impulsive Charlotte, die bodenständige Bitsy, die erschöpfte Viv – vier sehr unterschiedliche Frauentypen, die zusammen ein breites Spektrum weiblicher Lebensrealität der 60er zeigen.
Auch die Nebenfiguren wie Walt und Tony wirken nicht flach.

Ich erwarte eine Geschichte über weibliches Erwachen im Schatten von Betty Friedans "Weiblichkeitswahn" – vermutlich wird jede der vier Frauen auf ihre Weise ausbrechen oder aufbegehren. Die vielen Andeutungen machen mich neugierig, wie sich diese Frauen im Verlauf der Handlung gegenseitig bestärken werden, und genau deshalb würde ich das Buch gerne weiterlesen.