Desperate Housewives trifft Frauenpower

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
liesmaldas Avatar

Von

Manchmal liest man ein Buch und merkt sofort, das berührt einen. So ging es mir mit Der Buchclub der eigensinnigen Frauen. Ein gelungener Roman über die 60er-Jahre, Frauenrechte und die Frage, wer man eigentlich selbst sein möchte.

Im Buch lernt man vier ganz unterschiedliche Frauen kennen und begleitet sie durch ihren Alltag in der Vorstadt. Anfangs hatte ich direkt Desperate Housewives-Vibes. Als sie anfangen, gemeinsam den Klassiker „Weiblichkeitswahn“ von Betty Friedan zu lesen, gründen sie nicht nur einen Buchclub, sie fangen an, ihr ganzes Leben zu hinterfragen und wachsen eng zusammen.

Das Buch liest sich flüssig. Es greift die 60er-Jahre richtig gut auf und zeigt die teilweise unfreien Verhältnisse für Frauen, die aus heutiger Sicht teilweise echt schockierend und unvorstellbar sind.

Die vier Charaktere haben mir unglaublich gut gefallen. Jede bringt ihre eigene Lebenswelt mit, ist stark auf ihre Art und hat ihre eigenen Päckchen zu tragen. Es ist einfach genial zu lesen, wie das gemeinsame Buch in jeder von ihnen etwas auslöst und Entwicklungen anstößt, die sie sich vorher nie getraut hätten. Die Entstehung dieser Freundschaft und wie sie ihre Rolle als Frau und Ehefrau neu wahrnehmen, hat mich komplett begeistert.

Ein rundum gelungenes Buch, nicht nur von außen, ich mag Bücher mit Farbschnitt unheimlich gerne, sondern inhaltlich absolut lesenswert. Wer Geschichten über starke Frauen, tiefgründige Freundschafen und den Mut zu Veränderungen mag, greift hier genau richtig zu.