Idee gut, Umsetzung hakt

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poutschie Avatar

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Das Titelbild und die generelle Aufmachung des Buches hatten mich direkt gecatcht. Ein wirklicher Blickfang.
Auch das Thema und die Leseprobe haben mich neugierig gemacht, zumal ich zeitgleich das Thema ähnlich verpackt in einer Serie gesehen hatte. Somit hatte ich so meine Erwartungen…

Worum geht es? Wie auf dem Klappentext schon zu lesen gründet sich in einem auf Einheit und Konformität bedachten Vorort von Washington ein Buchclub. Vier Frauen, alle im Vorstadt-Frausein der 60er Jahre in Amerika angesiedelt, erlangen über den Club einen neuen Blick auf die Welt, auf das eigene Dasein und werden zu unerschütterlichen Freundinnen.
Ein Detail, das ich als gelungen empfand war, dass sie als erstes „Der Weiblichkeitswahn“ von Betty Friedan lesen. Ein Buch, das zur damaligen Zeit tatsächlich herauskam und für große Kontroversen unter den Geschlechtern gesorgt hat. Das hätte so richtig spannend werden können, quasi „wie gelingt Emanzipation in einer Vorstadtehe der 60er Jahre in Amerika?“. Hätte.

Leider plätschert der Roman aber nur seicht über die einzelnen Protagonistinnen und ihre jeweiligen Geschichten hinweg. Die Charaktere bleiben erstaunlich eindimensional, obwohl die Autorin viele Details und Handlungen immer und immer wieder auf der Gefühlsebene vorbetet.

Mich hat das Buch über lange Strecken leider gelangweilt. Viele Situationen sind unnötig lang und ausführlich geschildert oder versinken, vielleicht aus einer sehr amerikanischen Sichtweise, in Belanglosigkeiten. Dadurch wird aber keinerlei Atmosphäre oder Verbindungen hergestellt.

Fazit: Tolle Idee, aber in der Umsetzung zu langatmig. Es fällt unter die Kategorie „nett“, man kann es leicht lesen, aber mehr auch nicht. Der Buchclub selbst spielt im Roman dann übrigens auch kaum eine Rolle.