Vier Frauen, die über sich hinauswachsen

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petraellen Avatar

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Eigensinnige Frauen? Das klingt doch vielversprechend! Auch der Klappentext hat mich angesprochen. Ich hatte allerdings eher mit einem netten Wohlfühlroman für zwischendurch gerechnet. Stattdessen hat mich dieses Buch völlig überrascht. Nach den ersten Seiten konnte ich es kaum noch aus der Hand legen und saß zwei Abende hintereinander bis nach Mitternacht da, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es für Margaret weitergeht.
Wir sind 1963 in Virginia, in einer perfekt gepflegten Vorstadtsiedlung. Margaret ist Hausfrau und dreifache Mutter – nach außen zufrieden, innerlich aber zunehmend unruhig. Als die unangepasste und selbstbewusste Charlotte in die Nachbarschaft zieht, gründet Margaret kurzerhand einen Buchclub. Bitsy und Viv kommen dazu und schon bald verbindet die vier Frauen weit mehr als ihre gemeinsame Liebe zu Büchern.
Besonders gefallen hat mir der Einblick in die Lebenswelt der Frauen dieser Zeit. Viele Einschränkungen werden ganz selbstverständlich als Alltag hingenommen. Gerade die kleinen Details sind es, die bei mir hängen geblieben sind und deutlich machen, wie wenig selbstverständlich Selbstbestimmung damals war.
Die vier Frauen könnten unterschiedlicher kaum sein, und gerade das macht ihre Freundschaft so besonders. Sie wachsen zusammen, unterstützen sich und beginnen, ihr eigenes Leben und die Erwartungen an sie zu hinterfragen.
Der Schreibstil ist locker und flüssig, die Dialoge haben richtig Zug. Besonders die Gespräche zwischen Charlotte und den anderen Frauen haben mir gefallen.
In der Mitte hat sich die Geschichte für mich etwas gezogen, da durch einige Nebenschauplätze nicht alles die gleiche Tiefe bekommt. Auch das Ende kam mir etwas zu plötzlich – ich hätte die vier Frauen gerne noch ein Stück länger begleitet.
Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Selbstbestimmung und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.