Vier Frauen, ein Buchclub und die Frage: War das wirklich schon alles?
„Der Buchclub der eigensinnigen Frauen“ von Marie Bostwick hat mich wunderbar unterhalten, berührt und zum Nachdenken gebracht. Über Frauenfreundschaften, unerfüllte Träume und ein Leben, das nach außen perfekt erscheint, sich von innen aber ganz anders anfühlt.
Virginia, 1963: In Concordia gehören gepflegte Häuser, akkurat angelegte Gärten und tadellose Hausfrauen zum Vorstadtidyll. Zwischen Kindererziehung, frisch gebackenen Kuchen und Frauenzeitschriften wächst in Margaret jedoch eine leise Unzufriedenheit. Als die unkonventionelle Charlotte in die Nachbarschaft zieht, lädt sie diese kurzerhand ein und gründet spontan einen Buchclub. Gemeinsam mit Bitsy und Viv lesen sie „Der Weiblichkeitswahn“ von Betty Friedan – und beginnen, ihre eigenen Rollen zu hinterfragen. Als „Bettys“ entdecken sie, dass sie mit ihren Sehnsüchten keineswegs allein sind.
Besonders schön fand ich, wie aus dieser Lesegruppe eine tiefe Freundschaft entsteht. Die Buchbesprechungen rücken zunehmend in den Hintergrund und machen Platz für ehrliche Gespräche. Die Frauen geben sich Halt und ermutigen sich, eigene Wünsche ernst zu nehmen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, Sorgen und Träume sind dabei sehr lebendig herausgearbeitet.
Charlotte hat mich dabei besonders beschäftigt. Hinter ihrer exzentrischen Art stecken Verletzungen und der Wunsch, endlich als eigenständiger Mensch gesehen zu werden. Auch ihre Beziehung zu ihrer ältesten Tochter Denise und die Erkenntnis, dass die beiden sich ähnlicher sind, als sie dachten, fand ich spannend.
Bitsys zurückgestellter Traum, Tierärztin zu werden, und Margarets Suche nach einer eigenen Stimme haben mich ebenfalls berührt. Und selbst bei den Ehemännern gibt es Entwicklungen, die zum Nachdenken anregen – besonders bei Walt.
Marie Bostwick erzählt mit Leichtigkeit und einer Prise Humor, ohne die Schwere ihrer Themen zu verlieren. Gesellschaftliche Erwartungen, eingeschränkte Selbstbestimmung und die im Roman geschilderte Verschreibung von Beruhigungsmitteln an Frauen haben mich ebenso beschäftigt wie die eingebundenen politischen Ereignisse rund um die Bürgerrechtsbewegung und Kennedys Ermordung.
Gut gefallen hat mir, dass auch Friedans Buch kritisch diskutiert wird: Wessen Lebenswirklichkeit beschreibt es eigentlich? Welche Frauen bleiben außen vor? Was ist mit den Männern? Diese Gespräche geben der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Der Abschluss im Jahr 2006 hat die Geschichte für mich wunderbar abgerundet. Auch das Nachwort fand ich berührend: Die Autorin hat Margaret als Hommage an ihre Mutter benannt. Ihre intensive Recherche ist für mich im gesamten Roman spürbar.
Und dann sind da noch das schöne Cover und der passende Farbschnitt, die das Vorstadtidyll aufgreifen. Auf der Homepage der Autorin gibt es sogar Rezepte und eine Playlist für eine eigene Buchclub-Party. Seitdem überlege ich tatsächlich, ob ich nicht selbst einen Buchclub vor Ort gründen sollte.
Ein kluger, warmherziger Roman über weibliche Selbstbestimmung und die Kraft von Freundschaft, die Veränderungen möglich macht.
Virginia, 1963: In Concordia gehören gepflegte Häuser, akkurat angelegte Gärten und tadellose Hausfrauen zum Vorstadtidyll. Zwischen Kindererziehung, frisch gebackenen Kuchen und Frauenzeitschriften wächst in Margaret jedoch eine leise Unzufriedenheit. Als die unkonventionelle Charlotte in die Nachbarschaft zieht, lädt sie diese kurzerhand ein und gründet spontan einen Buchclub. Gemeinsam mit Bitsy und Viv lesen sie „Der Weiblichkeitswahn“ von Betty Friedan – und beginnen, ihre eigenen Rollen zu hinterfragen. Als „Bettys“ entdecken sie, dass sie mit ihren Sehnsüchten keineswegs allein sind.
Besonders schön fand ich, wie aus dieser Lesegruppe eine tiefe Freundschaft entsteht. Die Buchbesprechungen rücken zunehmend in den Hintergrund und machen Platz für ehrliche Gespräche. Die Frauen geben sich Halt und ermutigen sich, eigene Wünsche ernst zu nehmen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, Sorgen und Träume sind dabei sehr lebendig herausgearbeitet.
Charlotte hat mich dabei besonders beschäftigt. Hinter ihrer exzentrischen Art stecken Verletzungen und der Wunsch, endlich als eigenständiger Mensch gesehen zu werden. Auch ihre Beziehung zu ihrer ältesten Tochter Denise und die Erkenntnis, dass die beiden sich ähnlicher sind, als sie dachten, fand ich spannend.
Bitsys zurückgestellter Traum, Tierärztin zu werden, und Margarets Suche nach einer eigenen Stimme haben mich ebenfalls berührt. Und selbst bei den Ehemännern gibt es Entwicklungen, die zum Nachdenken anregen – besonders bei Walt.
Marie Bostwick erzählt mit Leichtigkeit und einer Prise Humor, ohne die Schwere ihrer Themen zu verlieren. Gesellschaftliche Erwartungen, eingeschränkte Selbstbestimmung und die im Roman geschilderte Verschreibung von Beruhigungsmitteln an Frauen haben mich ebenso beschäftigt wie die eingebundenen politischen Ereignisse rund um die Bürgerrechtsbewegung und Kennedys Ermordung.
Gut gefallen hat mir, dass auch Friedans Buch kritisch diskutiert wird: Wessen Lebenswirklichkeit beschreibt es eigentlich? Welche Frauen bleiben außen vor? Was ist mit den Männern? Diese Gespräche geben der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Der Abschluss im Jahr 2006 hat die Geschichte für mich wunderbar abgerundet. Auch das Nachwort fand ich berührend: Die Autorin hat Margaret als Hommage an ihre Mutter benannt. Ihre intensive Recherche ist für mich im gesamten Roman spürbar.
Und dann sind da noch das schöne Cover und der passende Farbschnitt, die das Vorstadtidyll aufgreifen. Auf der Homepage der Autorin gibt es sogar Rezepte und eine Playlist für eine eigene Buchclub-Party. Seitdem überlege ich tatsächlich, ob ich nicht selbst einen Buchclub vor Ort gründen sollte.
Ein kluger, warmherziger Roman über weibliche Selbstbestimmung und die Kraft von Freundschaft, die Veränderungen möglich macht.