Wenn Bücher plötzlich etwas ins Rollen bringen

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chrissi1982 Avatar

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Marie Bostwicks „Der Buchclub der eigensinnigen Frauen“ führt ins Virginia der 1960er-Jahre und damit in eine Zeit, in der für Frauen vieles selbstverständlich schien, was heute kaum noch vorstellbar ist. Im Mittelpunkt stehen Margaret, Charlotte, Bitsy und Viv, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Trotzdem verbindet sie eines: Hinter der Fassade des perfekten Vorstadtlebens sind sie mit ihrem eigenen Leben längst nicht mehr zufrieden.

Was zunächst wie ein ganz normaler Buchclub beginnt, entwickelt sich für die vier Frauen zu etwas viel Größerem. Sie sprechen über ihre Ehen, ihre Wünsche und die Möglichkeiten, die ihnen bisher verwehrt geblieben sind. Besonders ein Buch bringt sie dazu, ihre bisherige Lebensweise zu hinterfragen und darüber nachzudenken, ob es wirklich zu spät ist, eigene Entscheidungen zu treffen.

Mir hat gefallen, dass der Roman nicht nur die großen Veränderungen der damaligen Zeit betrachtet, sondern auch zeigt, wie schwierig die ersten Schritte für die Frauen tatsächlich waren. Man merkt, wie stark die gesellschaftlichen Erwartungen ihr Denken und Handeln bestimmen und wie viel Mut es braucht, sich daraus zu lösen. Gleichzeitig entsteht zwischen den vier Frauen eine Freundschaft, die ihnen Halt gibt und sie immer wieder dazu bringt, über sich selbst hinauszuwachsen.

Die unterschiedlichen Lebensgeschichten machen das Buch abwechslungsreich, auch wenn mich nicht jede Entwicklung gleichermaßen gepackt hat. An manchen Stellen hätte die Handlung für meinen Geschmack etwas mehr Tempo vertragen können. Trotzdem fand ich die Geschichte insgesamt lesenswert, vor allem wegen der Entwicklung der Frauen und der Frage, wie viel vom eigenen Leben man eigentlich selbst bestimmen darf.

Ein Roman über Freundschaft, Selbstbestimmung und den Mut, irgendwann nicht mehr nur das Leben zu führen, das andere von einem erwarten.