Zeitgeist der 60er Jahre in den USA

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hoelzchen Avatar

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Eine Kleinstadt in den USA der frühen 1960er Jahre. Vier verheiratete Frauen zwischen Anfang 20 und Anfang 40 sind neu nach Concordia gezogen. Eine von ihnen, hat die Idee zur Gründung eines Buchclubs. So freunden sich die vier Frauen an und man möchte sich regelmäßig zu Buchbesprechungen treffen. Auf den ersten Blick haben die Frauen nicht viel gemeinsam, doch ihre unterschiedlichen Lebenshintergründe sind bereichernd für Ihre Freundschaft. Schon das erste Buch, dass gelesen wird, sorgt für Diskussionen. Geht es doch hier um die Rolle der Frau. Die frühen 60er Jahren waren auch in den USA geprägt von einem konservativen Frauenbild. Verheiratete Frauen sollten sich um Kinder und Haushalt kümmern und so durften sie zum Beispiel nur mit Zustimmung des Ehemannes ein Bankkonto eröffnen. Auf den 480 Buchseiten machen alle vier Frauen, sehr zur Freude der Leserschaft, eine Entwicklung durch. Es kommt zu Ehescheidungen, Neuanfängen und Aufnahme von beruflichen Tätigkeiten. Ihre gemeinsame Zeit in Concordia ist begrenzt und ihre Wege werden sich trennen, doch ihr Leben lang werden sie miteinander verbunden sein. Sie alle wissen, was sie aneinander haben und dass ihre Freundschaft der Wegbereiter für ihre neuen Leben war. Der Farbschnitt des Buches ist ein toller Hingucker und bildet die Vorstadtszenerie gut ab. Das Cover selbst gefällt mir nicht so gut. Warum wird die Frau nur auf ihre Beine reduziert? Passender wäre ein Foto einer typischen, amerikanischen Vorstadtsiedlung gewesen. Romane über Bücherclubs gibt es mittlerweile einige, doch diese Geschichte ist eine ganz besondere und verdient es gelesen zu werden. Der Zeitgeist wird gut beschrieben und die unterschiedlichen Frauentypen konnte ich mir lebhaft vorstellen. Besonders gefallen mir Möglichkeiten der unterschiedlichen Lebensentwürfe. Sehr gelungen finde ich auch die Einbindung historischer Ereignisse, wobei mir dann das Treffen mit Jacky Kennedy doch zu unrealistisch erschien. Alles in allem hatte ich eine gute Lesezeit und war immer wieder erstaunt zu lesen, wie eingeengt auch das Leben amerikanischer Frauen damals war. Ein interessanter Roman, den ich gerne weiterempfehle.