Ehrlicher Fleiß trifft eiskalte Macht.

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rosalinda Avatar

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Sofort ist mir der genial gestaltete Buchschnitt aufgefallen, der fast schon leuchtet und im Regal sicherlich sofort heraussticht. Zusammen mit den strahlenförmigen Lichtreflexen über der düsteren, nassen Straße strahlt das Cover eine düstere Atmosphäre aus und erzeugt auf Anhieb diese typische, ungemütliche Thrillerstimmung.
Beim Lesen hat mich der enorm temporeiche Tonfall sofort mitten in das Geschehen gezogen. Man wird ohne Umwege in eine Realität geworfen, in der Recht und Ordnung längst der puren Willkür des Mansour-Clans gewichen sind. Es läuft einem wirklich eiskalt den Rücken herunter, wenn man miterlebt, wie sich die Kriminalität in den Alltag frisst. Muhammed, der durch Erpressung sogar das Arbeitsamt manipuliert, um Clanmitglieder in Scheinbeschäftigungen unterzubringen.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der emotionale Gegenpol zur Härte der Straße. Die Momente zwischen der hart arbeitenden Fatima und ihrem Sohn Josef sind von einer unglaublichen Herzenswärme geprägt. Wenn die beiden nachts die Kabinen der Fähre schrubben oder Josef das gefundene Goldarmband trotz der Armut ehrlich in die Fundbox legt, spürt man eine tiefe Würde. Ich möchte unbedingt erfahren, wie sich die Wege der Figuren in den folgenden Jahren kreuzen werden und ob Josef es schafft, in dieser kaputten Umgebung auf dem rechten Weg zu bleiben.