Eigene Gesetze
Josef und Antonia werden am gleichen Tag in einer Stockholmer Klinik in sehr unterschiedliche Gesellschaftsschichten hineingeboren. Josef wächst vaterlos mit einer Mutter auf, die zwischen Pflege- und Putzjobs jongliert und trotzdem dem wachsenden Schuldenberg nicht stemmen kann. Antonia hat wohlhabende Eltern und eine Mutter, die mit ihr auf Shoppingtouren geht und an ihre Zukunft als Model glaubt. Die Eltern sind geschieden, aber der Vater kümmert sich intensiv und liebevoll um sie, im Gegensatz zum untergetauchten Vater von Josef. Ein Drogendeal führt die beiden Jugendlichen zusammen. Josef ist aus der Geldnot seiner eignen Kleinfamilie nach und nach ins Milieu abgerutscht, obwohl er eigentlich moralisch gut geerdet ist. Die kriminelle Szene in dem Vorort von Stockholm wird vom Clan der Familie Mansour beherrscht, die ursprünglich aus dem Libanon stammen, aber auch Teile der Familie in anderen europäischen Ländern haben. Sie agieren höchst kriminell vor allem im Drogenmilieu und man hofft, dass Pascal Engmann übertreibt, insbesondere bei den schier unerträglichen Schilderungen, wie den Frauen der Familie Gewalt angetan wird, wenn sie die eisernen Gesetze der Familie brechen. Die Szenen, in der Muhammed, Sohn des Clanchefs Ali, seine Schwester brutal zusammenschlägt ist grauenhaft. Sie hat es gewagt, mit zwei anderen Mädchen, modisch gekleidet, in einen Club zum Tanzen zu gehen. Dieses Vergehen zieht neben der Körperverletzung weitere harte Einschränkungen nach sich. Ebenso brutal wird mit allen Personen verfahren, die sich dem Clan in den Weg stellen. Der Polizist Hjalmar nimmt schon fast einen verloren Posten in dieser Orgie aus Gewalt und Menschenverachtung ein. Ich habe den ersten Band der als Trilogie angelegten Reihe nur so weggelesen und hoffe immer noch auf eine gewisse literarische Übertreibung der Realität.