Hier gibt es kein Gesetz. Nur den Clan.

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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Stell dir vor, du wirst am selben Tag geboren wie jemand, der nur ein paar Straßen weiter wohnt, und trotzdem lebt ihr in zwei komplett unterschiedlichen Welten. Genau das passiert Josef und Antonia. Während Antonia behütet in einer wohlhabenden Familie aufwächst, sieht Josef mit an, wie der Mansour-Clan seine Fühler immer tiefer in seine Nachbarschaft frisst, bis nicht mehr das Gesetz regiert, sondern nur noch der Clan. Auf der anderen Seite steht Polizist Hjalmar, der machtlos zusehen muss, wie die Gewalt in seiner Heimatstadt unaufhaltsam eskaliert. Pascal Engman, der jahrelang als Journalist die schwedische Bandenkriminalität hautnah miterlebt hat, zieht uns mitten hinein in einen Strudel aus Hoffnung, Machtlosigkeit und knallharter Realität. Ein Buch, das nicht nur unter die Haut geht, sondern deinen Puls ab Seite eins durch die Decke jagt.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Geniale Gestaltung im Buch: Direkt vorne in den Klappen gibt es eine Figuren- und Beziehungsübersicht zum Clan, zur Polizei und den anderen Beteiligten. Bei so vielen Personen konnte ich immer wieder dahin zurückblättern, um den Überblick zu behalten, wer eigentlich wer ist und wie alle miteinander verbunden sind.
• Gänsehaut-Perspektiven: Durch die ständigen Perspektivwechsel beleuchtet Engman das Geschehen von allen Seiten. Wir blicken direkt in das Herz der Schutzgelderpressung, die Ohnmacht der Anwohner und die Ermittlungsarbeit der Polizei. Das erzeugt einen unfassbaren Erzählsog, bei dem man das Gefühl bekommt, das komplette Bild dieser Welt zu sehen.
• Phänomenal & brandaktuell recherchiert: Man merkt dem Autor seine journalistische Vergangenheit in jedem Kapitel an. Die Darstellung, wie der Clan durch Scheinarbeitsplätze und Clubs Geld wäscht und sich in Behörden einschleicht, wirkt so beängstigend echt, dass man streckenweise vergisst, eine fiktive Geschichte zu lesen.
• Intensive, mitreißende Gefühlswelt: Das Buch hat mich emotional extrem aufgewühlt. Man erlebt beim Lesen eine Achterbahnfahrt aus tiefster Trauer, kochender Wut und wahrer Frustration. Es tut im Herzen weh zu sehen, wie skrupellos der Clan agiert und vor nichts haltmacht, nicht einmal vor unschuldigen Kindern oder Familien, die sowieso schon um ihre Existenz kämpfen. Und dabei vergessen diese Kriminellen völlig, woher sie selbst einmal kamen.
• Authentische Charakterzeichnung: Die Figuren sind Menschen aus Fleisch und Blut, mit echten Widersprüchen, echten Ängsten und echten Beweggründen. Selbst bei Figuren, die man eigentlich nicht mögen sollte, blitzt ab und zu Verständnis auf, und genau das macht das Ganze so eindringlich.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Wunsch nach der Ich-Perspektive: Für meinen Geschmack hätte dem Buch die Ich-Perspektive richtig gut getan, um noch näher an den Figuren dran zu sein. Allerdings verstehe ich bei der Brutalität mancher Szenen auch, warum sich der Autor bewusst für etwas mehr erzählerische Distanz entschieden hat.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Für mich ist dieser Auftakt eine absolute Leseempfehlung. Wer packende, hochaktuelle Gesellschaftsthriller über Bandenkriminalität sucht, die extrem nah an der Realität gebaut sind und keine Angst vor ungeschönter Härte hat, kommt an diesem Buch schlichtweg nicht vorbei. Ich freue mich nach diesem Auftakt schon jetzt riesig auf die Fortsetzung.