Realistisch, aber leider langatmig

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josh. Avatar

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Der Clan, die Straße und ein Thema, das definitiv Stoff für einen packenden Thriller bietet. Pascal Engman nimmt sich in seinem Auftaktband die Bandenkriminalität in einem Vorort von Stockholm vor und zeigt, wie stark der Einfluss des Mansour-Clans auf das Leben der Menschen geworden ist. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, unter anderem von Josef, Antonia und dem Polizisten Hjalmar. Gerade diese unterschiedlichen Lebenswelten fand ich interessant, weil dadurch deutlich wird, wie unterschiedlich Menschen mit denselben Verhältnissen umgehen.

Inhaltlich hat mich das Buch durchaus angesprochen. Die Entwicklung von Josef fand ich besonders interessant, ebenso den Blick auf Hjalmar, der den Verfall seiner Heimatstadt beobachtet. Das Ganze wirkt realitätsnah und greift ein Thema auf, das man so oder in ähnlicher Form auch außerhalb von Schweden kennt.

Leider konnte mich der Thriller trotzdem nicht richtig packen. Bei knapp 600 Seiten hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sich die Geschichte ziemlich zieht und ich immer wieder auf den Moment gewartet habe, an dem endlich mehr Tempo aufkommt. Spannung war vorhanden, aber für mich nicht genug, um über diese Länge hinwegzutragen.

Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht ganz warm geworden. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, die Dialoge sind kurz und direkt. Das kann natürlich gut funktionieren, bei mir hat es allerdings eher dafür gesorgt, dass die Figuren etwas auf Abstand blieben. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefe und vor allem mehr Spannung gewünscht.

Wer sich für skandinavische Thriller und das Thema Bandenkriminalität interessiert, dürfte hier trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum das Buch bei vielen Lesern so gut ankommt. Für mich persönlich steht allerdings fest: Nach diesem ersten Teil werde ich die beiden kommenden Bände wohl auslassen. Meine Serie wird es leider nicht.