Spannender Krimi

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löwenmutter Avatar

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Macht dieser Krimi mein Bild von Schweden kaputt? Eindeutig Ja. Macht mich das traurig? Ja, denn ich hänge am Schweden meiner Kinderbücher, Zimtschnecken, Schärengarten,...

Rate ich deshalb von der Lektüre dieses Buches ab? Im Gegenteil. Erstens sind Kinderbücher eben schöne Illusionen und Teile Schwedens haben sich in den letzten Jahren verändert. Zweitens ist der Roman eine gelungene Gesell-schaftskritik und zudem ein guter Krimi.
Erzählt wird aus der Perspektive verschiedener Figuren mit völlig unterschiedlicher Biografie. Da gibt es den schwedischen Polizisten Hjalmar, die junge, eher wohlhabende Schülerin Antonia und Josef, den Sohn einer alleinerziehenden Mutter am untersten Ende der Gesellschaft. Über mehrere Jahre wird deren Schicksal gezeigt und ihre Leben miteinander verwoben. Auch das Stadtviertel verändert sich und der dort herrschende Clan der Mansours bekommt immer mehr Macht über das Viertel und die Menschen, die dort leben.
Manchmal ist die Lektüre fast schmerzhaft. Mein Herz gehört den Figuren, die versuchen, ihr Leben auf anständige Art zu meistern und Schicksalsschlägen die Stirn zu bieten. Man fragt sich, ob es für sie einen Ausweg aus ihrer Situation gibt und ahnt doch, dass die Entwicklung unausweichlich ist. Dadurch entstehen eine dichte Atmosphäre und viel Spannung.
Optisch bietet das Buch durch den ausgefallenen Farbschnitt eine Besonderheit. Ich bin aber auch nach der Lektüre noch unentschlossen, ob der Farbschnitt cool ist oder doch eher wie ein Fehldruck aussieht.