Vielschichtige Einblicke in die schwedische Bandenkriminalität

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„Der Clan - Die Straße“ von Pascal Engman, der erste Band einer neuen Reihe, verspricht mit Themen wie Drogenhandel, Gewalt und Bandenkriminalität thrillertypische Spannung. Wer jedoch auf einen harten und rasanten Thriller hofft, wird hier nicht ganz auf seine Kosten kommen, denn im Vordergrund steht eher der langsame Spannungs- und Handlungsaufbau sowie das Innenleben der Figuren.

Genau hier liegt auch die Stärke des Romans, denn man merkt, dass der Autor versucht, ein realistisches und glaubwürdiges Porträt der Bandenkriminalität in Schweden und all der verschiedenen Personen zu zeichnen, die davon betroffen sind. Die Geschichte erstreckt sich über verschiedene Zeiträume und mehrere Personen hinweg. Der Fokus liegt dabei auf Josef, dem Polizisten Hjalmar, Antonia und dem Clan Mansour mit seinen Familienangehörigen und Bandenmitgliedern. So erfährt man zum Beispiel, wie Josef Teil des Mansour-Clans wird oder wie Hjalmar versucht, gegen die ausufernde Bandengewalt vorzugehen. Da man die Figuren über die Jahre hinweg begleitet, lernt man sie als Menschen kennen und versteht ihre Motive. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Panorama über Opfer, Täter, Bekämpfer und Betroffene von Bandenkriminalität, wie man es selten in einem Thriller liest.

Allerdings merkt man, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt. Der Anfang nimmt deswegen viel Platz für die Einführung der handelnden Figuren und möglichen Handlungsstränge ein. Bedingt durch die Vielzahl dieser Figuren nimmt das auch einige Seiten in Anspruch, und so richtig Schwung kommt erst zum Ende hin auf.

Trotzdem ist „Der Clan - Die Straße“ ein packender Spannungsroman, der durch inhaltliche Tiefe punktet und durch die Entwicklungen zum Ende hin Lust auf die Fortsetzung macht.