Wenn Angst den Alltag bestimmt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
nini_liest Avatar

Von


„Der Clan – Die Straße“ ist der Auftakt von Pascal Engmans neuer Gesellschaftsthriller-Reihe. Wer zu diesem Buch greift, sollte wissen, dass mehrere Handlungsstränge parallel erzählt werden. Anfangs braucht man etwas Zeit, um sich zwischen den verschiedenen Figuren zurechtzufinden, doch nach und nach greifen ihre Geschichten immer stärker ineinander und ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Im Mittelpunkt steht die Clan-Kriminalität in Schweden. In einem Vorort von Stockholm bestimmt der Clan Mansour das Leben der Menschen. Angst gehört dort zum Alltag und viele haben das Gefühl, ihrem Schicksal nicht entkommen zu können.

Wir begleiten dabei mehrere Figuren.

Josef ist der Sohn der alleinerziehenden Fatima und wächst unter schwierigen Bedingungen auf. Eigentlich versucht er, sich aus den Machenschaften des Mansour-Clans herauszuhalten. Doch familiäre Umstände führen dazu, dass er immer tiefer in diese Welt hineingezogen wird.

Auch Antonia spielt eine wichtige Rolle. Sie träumt davon, den schwedischen Vorort hinter sich zu lassen und als Model durchzustarten. Doch schnell wird deutlich, dass dieser Traum deutlich schwerer zu erreichen ist, als sie gehofft hat.

Mit Hjalmar lernen wir die Geschichte aus Sicht eines Ermittlers kennen. Durch seine Perspektive wird besonders deutlich, wie schwierig der Kampf gegen organisierte Kriminalität ist und wie machtlos selbst die Polizei manchmal wirkt.

Besonders beeindruckt hat mich der Einblick in die dunklen Seiten der schwedischen Vororte, die unter dem Einfluss der Clans stehen. Pascal Engman erzählt dabei keine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte, sondern zeigt die vielen Grauzonen dazwischen. Gerade das hat die Geschichte für mich so authentisch wirken lassen.

Auch die verschiedenen Perspektiven haben mir sehr gefallen. Jede Figur bringt ihre eigene Sicht auf die Ereignisse mit und gemeinsam entwickeln die einzelnen Handlungsstränge eine durchgehend hohe Spannung.

Das Buch lebt für mich weniger von einem Plot-Twist nach dem nächsten, sondern von einer konstanten, unterschwelligen Spannung, die einen bis zur letzten Seite begleitet. Genau das hat dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.

Mir hat der Auftakt wirklich gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte im zweiten Band weitergeht.