Den Tod mit Kinderaugen sehen: Unverblümt, ehrlich und wunderbar erzählt

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gnomsberger Avatar

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Über den Tod spricht man mit Kindern oft nur zögerlich – dabei begegnen sie dem Thema mit einer erstaunlichen Offenheit und Neugier. Genau hier setzt Der Club der kalten Hände an und schafft es, ein sensibles Thema kindgerecht, humorvoll und mit viel Mitgefühl zu vermitteln.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile, von denen der erste eine Reihe berührender Episoden rund um Tod, Trauer und Abschied erzählt – aus der Perspektive einer neugierigen Kinderbande. Lizzy, deren Eltern ein Bestattungsunternehmen führen, und ihre Freunde begegnen dem Thema mit Offenheit und Mitgefühl. Sie beobachten Trauerrituale, stellen Fragen, und finden eigene Wege, mit Verlust umzugehen – etwa indem sie das Grab eines verstorbenen Babys liebevoll gestalten. Nicht aus kindlicher Unbedarftheit, sondern aus echtem emotionalem Bedürfnis. Besonders eindrücklich ist die Szene, in der Cem sagt: „Ihr [dem Baby] bringt es sicher nichts, aber uns! Es bringt uns ein besseres Gefühl.“
Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Buch: Die Kinder wollen verstehen, mitfühlen und aktiv Abschied nehmen – und tun dies mit einer Mischung aus Respekt, Neugier und Herz.

Der zweite Teil – das Bandenbuch – ist ein kreatives und verspieltes Gegengewicht zum erzählerischen ersten Teil. Hier werden die Mitglieder des Clubs vorgestellt, inklusive Geheimschrift, Verstecktipps und einem liebevoll gestalteten Infoteil. Die Kinder haben recherchiert, Experten befragt und ihre Erkenntnisse aufgeschrieben: Wie riechen Tote? Wie sehen sie aus? Was passiert mit ihnen? All das wird ehrlich, direkt und mit einem Augenzwinkern vermittelt – nie belehrend, sondern neugierig und nah an der Lebenswelt der jungen Leser.
Besonders gelungen ist die Vielfalt der Darstellungsformen: Randnotizen, „Screenshots“ von Recherchen und persönliche Kommentare machen das Bandenbuch lebendig und abwechslungsreich. Es ist informativ, empathisch und dabei wunderbar niedrigschwellig – ein echtes Mitmachbuch für kleine Forscher mit großem Herzen.

Die Illustrationen sind bunt und lebendig. Der Textumfang ist ideal für junge Leser und durch die vielen Bilder angenehm aufgelockert. Der Schreibstil ist locker, frech und trifft den Ton der Zielgruppe punktgenau.

Beim Lesen habe ich gelacht, geschmunzelt – und auch geweint. Dieses Buch ist ein echtes Herzensprojekt, das Kindern (und Erwachsenen!) hilft, sich dem Thema Tod mit Offenheit und Wärme zu nähern. Sehr gelungen und absolut empfehlenswert