Beeindruckender Einstieg

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maehappel Avatar

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Was für ein Romaneinstieg! Eine junge, unverheiratete Frau geht in ein Geschäft und kauft 99 Kondome. Ich glaube selbst heutzutage würde das nicht jede/jeder mal eben so bringen. Wie muss sich also Birdie Calhoun in den 1930er Jahren im US-Südstaat Mississippi bloß dabei fühlen?

Dann der Wechsel zu Meg. Sie lebt seit 2 Jahren in einem Waisenhaus. Obschon sie für ihr Alter, sie ist 11 Jahre, als die Handlung einsetzt, sehr reflektiert klingt, kann sie selbst die Umstände ihres Status nicht umfänglich erfassen.

Den Mythos, der Kindsvater sei ein im Krieg gefallener Soldat, konnte ihre Mutter, nach dem Umzug in eben jenen Bundesstaat nicht lange aufrechterhalten. Sie verschwand vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten. Meg soll nach dem Willen der Heimleitung akzeptieren, dass ihre Mutter, von der sie sich bis zuletzt geliebt und beschützt gefühlt hat, sie aus Egoismus und Verantwortungslosigkeit verlassen hat. Wie grausam.

Dieser Roman steht voll in der Tradition des Amerikanischen Realismus und Namen wie Faulkner und Steinbeck fallen mir sofort dazu ein. Und dann fällt mir beim Betrachten des Covers noch ein anderer Name ein: Harper Lee!

Diese Leseprobe hat mich von Anfang an gepackt. Am liebsten möchte ich sofort weiterlesen!