Zwischen gesellschaftlichen Zwängen und persönlichem Mut

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nickithecat Avatar

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Die Leseprobe von Der Club der Unbeugsamen hat mich sofort neugierig gemacht, weil sie starke Frauenfiguren in einer spannenden und gesellschaftlich schwierigen Zeit zeigt. Schon der Einstieg mit Birdie bleibt im Kopf: Allein die Szene im Drugstore, in der sie 99 Kondome kaufen möchte, ist für die damalige Zeit ein kleiner Skandal und zeigt direkt, wie mutig und unkonventionell sie ist. Dadurch wollte ich sofort mehr über sie erfahren.

Besonders beeindruckt hat mich aber auch Megs Perspektive. Ihr Leben im Waisenhaus wirkt hart und ungerecht, vor allem weil sich die Erwachsenen scheinbar mehr für die kleinen Babys als für die älteren Mädchen interessieren. Meg erzählt ehrlich, direkt und manchmal mit einer fast frechen Schärfe, was sie sehr authentisch macht. Gerade ihre Gedanken über ihre Mutter und ihre Umgebung haben mich berührt.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, weil er leicht zu lesen ist und trotzdem die Atmosphäre der 1930er Jahre deutlich spürbar macht. Man fühlt sich schnell in die Zeit hineinversetzt, ohne dass es kompliziert wirkt.

Insgesamt finde ich die Leseprobe sehr gelungen. Sie verbindet interessante historische Hintergründe mit starken Charakteren und macht auf jeden Fall Lust darauf, das Buch weiterzulesen.