848 Seiten einfach verschlungen

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indielie Avatar

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Ich weiß nicht, wie Kathryn Stockett das macht, aber was sie schreibt, kann ich mir besonders gut bildlich vorstellen. Deshalb hatte ich ihren Debutroman "Gute Geister" auch wenn es schon ein paar Jahre her ist noch so gut in Erinnerung.
Das Setting ist wieder Mississippi, diesmal in den 30ern. Die beiden Hauptfiguren aus deren Perspektiven abwechselnd erzählt wird, habe ich sofort ins Herz geschlossen und kann mir nicht vorstellen, dass dies jemandem schwer fallen könnte. Meg ist ein besonders schlaues, aufgewecktes Mädchen, das mehr mitkriegt, was um sie rum und ihr gegenüber an Unrecht passiert, als die Erwachsenen ihr zutrauen. Ihre Geschichte spielt zunächst in einem Waisenhaus. Birdie, die sich als unverheiratete Frau um ihre Mutter und deren Mutter kümmert, hat ein besonders gutes Herz und bringt sich häufig selbst in die Breduille im Versuch anderen zu helfen. Dabei macht sie keine der Zeit typischen Unterschiede zwischen Menschen, sondern begegnet allen auf Augenhöhe und mit Respekt. Die Wirtschaftkrise liegt als treibende Kraft über der Geschichte. Um das Haus der Familie nicht zu verlieren, fährt Birdie in die Stadt (in der auch das Waisenhaus ist), um ihre Schwester, die reich geheiratet und sich von ihren eigenen Wurzeln abgekapselt hat, nach Geld zu fragen.
Ich mag eigentlich keine Bücher mit Perspektivwechsel, solange die Geschichten nicht ineinander verflochten sind, und das ist hier nicht der Fall. Sie hängen zwar sehr stark zusammen, dennoch wurde ich mit jedem Wechsel aus der Geschichte hinausgeschleudert und musste erstmal wieder hineinfinden. Zum Glück ist der Schreibstil so gut, dass das auch jedes Mal funktionierte und eigentlich ist es ja ein gutes Zeichen, dass ich beide Stränge so spannend fand, dass ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht und die Figuren vermisst habe, wenn es gerade nicht um sie ging.
Es ist ein eher dickes Buch und ja, man hätte sicherlich einiges streichen können, aber ich möchte auch positiv vermerken, dass ich beim Schauen auf die Seitenzahl oft glücklich war noch so viel mehr von diesem Buch übrig zu haben. So habe ich mich lange nicht gefühlt! Das Buch ist durchweg spannend, denn es steht viel auf dem Spiel und wir bewegen uns häufig außerhalb der Gesetze. In jeder der beiden Perspektiven kamen für mich völlig unerwartete Wendungen und auch die Nebenfiguren hatten ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Es geht viel um Frauengesundheit und Selbstbestimmung!