Frauenpower in der Hitze

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Nach ´The Help´ hat Kathryn Stockett mit „Der Club der Unbeugsamen“ wieder eine Südstaatengeschichte geschrieben, die trotz des enormen Umfangs von über 800 Seiten ein neuer Pageturner ist.

Erneut versetzt sie die Leser:innen in eine Zeit in den Südstaaten Amerikas, in der Rassentrennung und Rassenunterschiede, männliche Dominanz und gesellschaftlicher Druck für Frauen unter dem Deckmantel „christlicher“ Werte eine zentrale Rolle spielen. Diesmal spielt aber auch die Weltwirtschaftskrise in den 1930ern eine größere Rolle unter der alle, inklusive gut betuchter Haushalte, spürbar zu leiden haben.

Zentrale Figuren der Handlung sind die unverheiratete Birdie sowie das im Waisenhaus lebende Mädchen Meg. Birdie reist nach Oxford, Mississippi, um ihre vermeintlich wohlhabende Schwester um Hilfe zu bitten. Doch vor Ort merkt sie schnell, dass hinter der Fassade der Familie längst nicht alles so geordnet ist, wie es scheint. Meg wiederum lebt in einem methodistischen Waisenhaus und hat dort täglich mit Ungerechtigkeiten und Schikanen zu kämpfen. Nach und nach kreuzen sich die Wege dieser beiden Figuren und werden noch um Charlie erweitert, eine nach damaligen Konventionen in allen Bereichen „gefallene Frau“. Sie alle versuchen, sich in einer von Männern und gesellschaftlichen Erwartungen dominierten Welt zu behaupten. Dabei geraten sie immer wieder in Situationen, die Mut, Zusammenhalt und ungewöhnliche Entscheidungen verlangen.

Der Schreibstil ist leicht und fließend, gepaart mit viel Witz und Humor. Stockett versteht es, den Leser in die Szenerie eintauchen zu lassen, so dass man beim Lesen die Hitze spürt, den Staub einatmet, die Baumwollplantagen vor sich sieht und sich selber sehr in Oxford wiederfindet. Das Lesen macht unheimlich viel Spaß und die Seiten sind trotz des Umfanges nur verflogen. Ein echter Lesetipp und Lesegenuss für den Sommer!