Große Leseempfehlung

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Von

DER CLUB DER UNBEUGSAMEN
Kathryn Stockett
ET: 27.05.26

Natürlich musste ich das neue Buch von Kathryn Stockett lesen, nachdem ich ihren Vorgänger GUTE GEISTER 2012 geliebt und regelrecht verschlungen habe.

Auch diesmal entführt uns die Autorin wieder nach Mississippi. Wir befinden uns im Jahr 1933, wenige Jahre nach dem großen Börsenkrach, in einer Zeit, in der die Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Perspektivlosigkeit über viele Menschen bringt.

Im Mittelpunkt steht Birdie, die von ihrer Mutter und Großmutter nach Oxford zu ihrer gut verheirateten Schwester geschickt wird, nachdem das Geld der Familie knapp geworden ist. Ihre Aufgabe ist es, ihren wohlhabenden Schwager um finanzielle Unterstützung zu bitten. Doch schon bald erkennt Birdie, dass auch das scheinbar perfekte Leben ihrer Schwester von Geheimnissen und Lügen geprägt ist.

Der zweite Erzählstrang führt uns zu der elfjährigen Meg, die seit zwei Jahren in einem Waisenhaus lebt. Ihre Mutter ist eines Tages einfach verschwunden und nie wieder zurückgekehrt. Megs Kindheit ist geprägt von Entbehrungen und fehlenden Chancen: Sie darf nicht am Schulunterricht teilnehmen und soll bald in der Dosenfabrik arbeiten.

Die Verbindung zwischen beiden Geschichten bildet Charlie, eine Frau, die ohne wirklichen Grund inhaftiert wurde und im Gefängnis Schreckliches erleben musste.

Was genau passiert ist, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Auch mit diesem Buch konnte mich Kathryn Stockett wieder vollkommen in ihren Bann ziehen. Nicht jede Figur war mir sympathisch, aber genau das macht die Geschichte so glaubwürdig. Die Autorin erschafft Charaktere voller Tiefe und zeichnet ihre Lebensrealitäten so authentisch, dass man sich beim Lesen mitten in diese Zeit versetzt fühlt. Die bedrückende Atmosphäre der Südstaaten, die harten Lebensbedingungen und die gesellschaftlichen Benachteiligungen jener Zeit werden ebenso spürbar wie die Stärke und der Zusammenhalt der Frauen.

Fazit:
Ein bewegender Roman, der die Realität und die gesellschaftlichen Missstände der damaligen Zeit in den Südstaaten eindrucksvoll widerspiegelt. Ein Buch über mutige Frauen, die trotz aller Widrigkeiten an ihre Grenzen kommen, aber niemals aufgeben. Trotz der schweren Themen strahlt die Geschichte viel Wärme und Hoffnung aus. Eine große Leseempfehlung von mir.
5/5