Lesenswerter Roman über starke Frauen in den 1930er-Jahren

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
adel69 Avatar

Von

Worum geht es in dem Buch?

Der Roman spielt im Jahr 1933 im US-Bundesstaat Mississippi, genauer gesagt in der Kleinstadt Oxford.

Birdie Calhoun reist dorthin, um ihre Schwester Frances zu besuchen. Birdie, ihre Mutter und Großmutter haben finanzielle Probleme. Da Frances offenbar in eine reiche Familie, die Tartts, eingeheiratet hat, kann sie vielleicht ihren Angehörigen mit Geld aushelfen.

Birdie bleibt länger, als gedacht. Frances und ihre Schwiegermutter stecken selbst in finanziellen Problemen, nachdem Rory, Frances‘ Ehemann, seinen Job bei einer Bank verloren hat und mit einigen wertvollen Stücken aus seinem Elternhaus geflüchtet ist.

Birdie versucht zu helfen. Erst nur in dem Waisenhaus, in dem sie sich um die Buchhaltung kümmert. Dort fallen ihr viele Missstände auf, und sie freundet sich mit Margot, genannt Meg, an. Meg ist 11 Jahre alt, klug, ihre Mutter Charlie hat sie plötzlich alleingelassen. Der Vater kümmert sich nicht um sie und so landete sie im Waisenhaus. Mrs. Garnett, die Leiterin, mobbt sie – und Birdie fasst den Entschluss, sich um Megs Wohlergehen zu kümmern.

Als Birdie Charlie, Megs leibliche Mutter, kennen lernt, freundet sie sich nach einiger Skepsis mit ihr an. Nachdem sie erfahren hat, dass es nicht Charlies Schuld war, dass Meg alleingelassen wurde, versucht sie alles, damit Charlie und Meg wieder zusammenkommen.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Die Romanhandlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Birdie und von Meg erzählt. Beide sind Ich-Erzählerinnen. Der Erzählstil ist mitreißend und authentisch. Immer wieder überrascht die Autorin mit einem speziellen Humor, der das Buch, trotz einer gewissen Tragik der Ereignisse, kurzweilig machen.

Ich hatte anfangs technische Probleme, da ich das Buch als E-Book auf dem Tablet gelesen habe. Nachdem diese behoben waren, ließ sich das Buch nach kurzer Einlesezeit zügig lesen. Allerdings braucht man Zeit dazu, da das Buch ziemlich umfangreich ist. Aber die Handlung und die sympathischen Hauptcharaktere bieten einigen Lesegenuss.

Was mich sehr erschütterte, ist, wie viele Vorurteile in den 1930er-Jahren herrschten. Beispielsweise, welche Meinung man über Frauen, die unverheiratet Kinder bekamen, hatte – und über ihre Kinder auch. Darüber hinaus, wie es in Waisenhäusern zuging – und welche Macht Personen ausüben konnten, wenn sie Geld und Einfluss hatten. Auch das Thema „Rassismus“ spielt eine Rolle. Bestimmte Verhaltensweisen waren strafbar.

Man liest das Buch, weil man wissen will, wie es mit Meg, Charlie und Birdie weitergeht – und mit vielen weiteren Charakteren ebenfalls.

Ich vergebe fünf Sterne und empfehle das Buch weiter.