Solidarischer Zusammenhalt von Frauen in wirtschaftlicher Not - mit eigenwilligen Figuren und voller Charme erzählt

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Meg lebt in dem Waisenhaus von Lafayette County in Oxford, seitdem ihre Mutter sie vor zwei Jahren ohne ein Wort verlassen hatte. Sie zählt inzwischen zu den großen Mädchen und hat kaum eine Perspektive adoptiert zu werden. Neben der Ungewissheit über den Verbleib ihrer Mutter leidet sie unter der Drangsalierung durch die Leiterin Garnett, die sie als verdorben erachtet.
Die ledige Birdie lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter im Mississippi-Delta. In ihrer wirtschaftlichen Not sieht sie sich gezwungen, zu ihrer jüngeren Schwester Frances nach Oxford zu fahren, die reich geheiratet hat, und um Unterstützung zu bitten. Da sich Frances als Freiwillige in dem Waisenhaus engagiert, ist auch Birdie bereit, dort bei der Buchhaltung auszuhelfen und lernt die ausgegrenzte Meg kennen, derer sie sich annimmt.
In Oxford muss Birdie feststellen, dass das Leben der Schönen und Reichen eine Scheinwelt voller Heuchelei ist. Als alles droht den Bach herunterzugehen, begegnet sie der verzweifelten Charlie, die ihr Ungeheuerliches berichtet. Die Frauen müssen sich zusammenschließen, um für ihre Freiheit und Rechte einzustehen.

Der Roman handelt zur Zeit der Wirtschaftskrise in Amerika im Jahr 1933 und wird abwechselnd in jeweils längeren Abschnitten aus den Perspektiven von Birdie und Meg geschildert, was die Geschichte abwechslungsreich gestaltet. Meg verkörpert passend zu einer Elfjährigen eine naive Kindersicht, wobei sie clever und neugierig ist und mehr wahrnimmt, als die Erwachsenen ahnen, auch wen sie längst nicht alles durchschauen kann.
Birdies Sicht einer erwachsenen Frau mit Mitte 20 zeigt einen reflektierteren Blick auf die Gesellschaft und die Schwierigkeiten, mit denen sich vor allem Frauen konfrontiert sehen.

Die Hauptfiguren sind eigenwillig, aber haben ihr Herz auf dem rechten Fleck. Dazu kommen weitere Nebencharaktere von Arm bis Reich, die lebensecht und facettenreich gezeichnet sind. Auch die Lebenswirklichkeit zur damaligen Zeit wird lebendig und authentisch beschrieben, so dass man sich leicht in die amerikanischen Südstaaten ins Jahr 1933 versetzen lassen kann.
Die detaillierten Beschreibungen ermöglichen einen umfassenden Einblick in den Alltag und die Herausforderungen aller Schichten. Zentrales Thema ist die Wirtschaftskrise und die Auswirkungen auf die Hauptfiguren und ihre Familien. Neben den Geldsorgen spielen Chauvinismus, Rassismus, Eugenik und Alkoholismus zur Zeit der Prohibition eine Rolle.

Im Verlauf der Erzählung treffen ganz unterschiedliche Frauen aufeinander, die sich zusammenschließen, Probleme gemeinsam angehen und dabei unkonventionelle Wege gehen. Kämpferisch und mutig setzen sie sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr und geben auch bei Rückschlägen nicht auf. Freundschaft und Frauensolidarität sowie der Wunsch nach Selbstbestimmung in einem patriarchalischen System bestimmen die Handlung und zeigen eindrücklich, wie viel trotz gesellschaftlicher und gesetzlicher Grenzen gemeinsam möglich ist.

"Der Club der Unbeugsamen" ist ein mitreißender Roman, voller Herzlichkeit und Charme, der zu einer beschwerlichen Zeit wirtschaftlicher Not handelt, in der Frauen leidenschaftlich für ihre Ziele kämpfen und solidarisch zusammenhalten. Der Blick auf die damalige Zeit ist bildhaft und unterhaltsam und trotz der auftretenden Probleme, Intrigen und Ungerechtigkeiten ist die Geschichte nie ohne Humor und Hoffnung.