Zusammen sind wir stark

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
heikek Avatar

Von

Der neue Roman "Der Club der Unbeugsamen" von Kathryn Stockett erscheint im Verlag btb und wurde von Cornelia Holfelder-von der Tann aus dem Amerikanischen übersetzt.
Sommer 1933. Die Weltwirtschaftskrise hat Amerika fest im Griff und die Mehrzahl der Bevölkerung kämpft ums Überleben. Auch Birdie und ihrer Familie steht das Wasser bis zum Hals. Die Rettung könnte ihre Schwester Frances sein, die den reichen Rory Tartt geheiratet hat. Und so besucht Birdie ihre Schwester in Oxford um sich das benötigte Geld zu leihen. Doch auch die Familie Tartt steckt, durch Rorys Verschulden, in großen finanziellen Schwierigkeiten. Eine Lösung muss her und so beginnen Birdie und Charlie und eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe von Frauen einen Plan zu schmieden.
Neben der Hauptgeschichte um Birdie wird die Geschichte von Margot erzählt. Meg, wie sie genannt wird, ist im Waisenhaus gelandet, weil ihre Mutter Charlie verschwunden ist. Tatsächlich wurde ihre Mutter verhaftet, für schwachsinnig erklärt und zwangssterilisiert. Meg ist intelligent und wissbegierig, aber sie wird von der Leiterin Garnett schikaniert und misshandelt.
Kathryn Stockett hat als Rahmenhandlung ein schwieriges Thema gewählt. In Mississippi geht das Komitee zur Bekämpfung des Lasters gegen Alkohol, Prostitution, Homosexuallität und Rassenmischung vor. Die Mittel, die angewendet werden, und die daraus resultierenden Konsequenzen sind dabei mehr als fraglich. Polizeigewalt, Rassismus, Bigotterie und vieles mehr sind an der Tagesordnung. Wie Charlie ging es vielen Frauen. Man ging davon aus, dass Schwachsinn vererbt wird und wollte mit der Sterilisation verhindern, dass diese Frauen noch mehr Kinder in die Welt setzen.
Der Leser wird in diesen Roman hinein katapultiert. Man bangt und hofft, trauert und freut sich, weint und lacht. Birdie, Frances und Mrs. Tartt, und vor allem die Frauen der illustren Gruppe, haben ihren besonderen Charme. Sie sind kämpferisch und, wenn es darauf ankommt, zu allem bereit. Auffällig ist, dass Kathryn Stockett in Megs Teil die wörtliche Rede nicht in Klammern, sondern kursiv gesetzt hat.
Der Roman ist mir durch das Cover und den Titel aufgefallen. Beim Blick auf die 848 Seiten hatte ich zwar erst einmal geschluckt, aber der Roman liest sich gut und im Nachhinein kann ich nur sagen, das Lesen hat sich gelohnt.