Comicspaß für die ganze Familie

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Der Comic Der Comic Club von Raina Telgemeier und Scott McCloud ist ein gutes Buch für alle, die sich für Comics interessieren oder selbst einmal ausprobieren möchten, wie Comics entstehen. Besonders für junge Leserinnen und Leser – aber auch für Erwachsene – bietet dieses Buch eine spannende und lehrreiche Mischung aus Geschichte und Sachwissen.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier Kinder: Howard, Makayla, Lynda und Art. Sie besuchen dieselbe Schule und teilen eine große Leidenschaft für Comics. Aus dieser gemeinsamen Begeisterung entsteht schließlich die Idee, einen eigenen Comic-Club zu gründen. In der Schulbibliothek treffen sie sich regelmäßig, tauschen Ideen aus und lernen Schritt für Schritt mehr über das Zeichnen, Erzählen und Gestalten von Comics. Unterstützt werden sie dabei von Frau Fatima, die in der Bücherei arbeitet und die Kinder auf ihrem kreativen Lernweg begleitet.
Was dieses Buch besonders macht, ist die gelungene Kombination aus Geschichte und Wissensvermittlung. Während man die Figuren bei ihren ersten Versuchen, ihren Erfolgen und ihren kleinen Rückschlägen begleitet, lernt man gleichzeitig unglaublich viel über die Welt der Comics. Das passiert ganz spielerisch. Es fühlt sich so an, als würde man gemeinsam mit den Kindern im Comic-Club neue Dinge entdecken.
Für uns als Familie war das Buch deshalb besonders spannend. Wir haben es gemeinsam gelesen – Mann, Frau und Kind – und konnten dabei alle etwas Neues lernen. Das Buch erklärt zum Beispiel, welche Werkzeuge man zum Comiczeichnen verwenden kann, welche unterschiedlichen Formen von Comics es gibt und wie Geschichten in Bildern erzählt werden. Sehr praktisch und kreativ ist auch die Anleitung, wie man aus einem einzigen Blatt Papier ein kleines Heft falten kann. Solche Ideen machen sofort Lust, selbst aktiv zu werden und eigene Comics auszuprobieren.
Auch Begriffe aus der Comicwelt wie „Thumbnails“ werden verständlich erklärt.
Ein Highlight für uns war ein Experiment, das im Buch vorgestellt wird. Dabei werden zwei oder mehr unterschiedliche Bilder nebeneinander gezeigt, und unser Gehirn versucht automatisch, eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen. Wir waren wirklich beeindruckt davon, wie stark unser Kopf versucht, aus einzelnen Bildern eine zusammenhängende Geschichte zu machen. Dieses kleine Experiment hat uns regelrecht geflasht und zeigt sehr anschaulich, wie Comics funktionieren.
Auch die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Die Struktur ist klar und übersichtlich, sodass man der Geschichte und den Erklärungen gut folgen kann. Besonders positiv fällt die Schriftgröße auf: Text und Bilder sind so gestaltet, dass auch Leseanfänger problemlos mitlesen können. Dadurch eignet sich das Buch hervorragend für Kinder, die gerade beginnen, selbstständig zu lesen, aber gleichzeitig auch für Erwachsene, die sich für Comics interessieren.
Sehr schön ist auch der Abschnitt „Hinter den Kulissen“. Dort werden noch einmal einige offene Fragen aufgegriffen und zusätzliche Einblicke gegeben. Dieser Teil rundet das Buch gut ab und vermittelt das Gefühl, noch ein wenig tiefer hinter die Entstehung von Comics schauen zu dürfen.
Ein kleiner Wunsch wäre vielleicht noch eine übersichtliche Inhaltsangabe gewesen, in der man schnell erkennen kann, auf welcher Seite sich welches Kapitel befindet. Auch eine kurze Vorstellung der Figuren wäre toll gewesen.
Insgesamt hat uns Der Comic Club gut gefallen. Es ist ein unterhaltsames, kluges und gleichzeitig sehr zugängliches Buch über die Welt der Comics. Besonders schön ist, dass hier nicht nur gelesen wird, sondern dass das Buch auch dazu anregt, selbst kreativ zu werden. Man bekommt Lust, Stift und Papier zu nehmen und eigene Geschichten zu zeichnen.
Außerdem wird im Buch auf Gender und Diversity geachtet.
Der Comic Club ist ein empfehlenswertes Buch für Comicfans, kreative Kinder und Familien, die gemeinsam etwas Neues entdecken möchten. Es verbindet Spaß, Wissen und Inspiration.