Du liebst Comics? Willkommen im Club!

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fernweh nach zamonien Avatar

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Inhalt:

Nach Schulschluss findet sich durch Zufall eine bunte Truppe in der Schulbibliothek zusammen:

Makayla hat unendlich viele Ideen und eine grenzenlose Phantasie. Doch weiß sie nicht, wie man diese großartige Geschichte zu Papier bringen soll.

Howard zeichnet für sein Leben gern und ohne Pause. Er möchte Comic-Künstler werden. Doch sein Vater hält Comics für Zeitverschwendung.

Die schüchterne Lynda ist stundenlang in ihr Skizzenbuch vertieft. Da sie nur Augen für ihre vermeintlichen Fehler hat, traut sie sich nicht, anderen ihre Kunst zu zeigen.

Art liebt alles, was kreativ ist, probiert gerne aus und ist offen für Neues.

Trotz aller Gegensätze finden die vier eine Gemeinsamkeit: sie lieben Comics!

Kurzentschlossen gründen sie den Comic-Künstler-Club und lernen, Comics zu planen, zu zeichnen und eine Leserschaft zu gewinnen.

Wird es ihnen gelingen, mit ihren ersten eigenen Mini-Comics einen Stand bei der lokalen Comic-Convention zu ergattern?


Altersempfehlung:

etwa ab 9 Jahre


Illustrationen:

Der Kniff, das Medium in Form von Bildern zu erklären, ist schlicht und einfach genial.

Vollkommen neu ist es allerdings nicht ;-)

Scott McCloud hat bereits drei "Comics über Comics" für erwachsene Lesende veröffentlicht. Der erste Band "Comics richtig lesen" ist ein Must Read für Comic-Fans und -Künstler.

Gemeinsam mit weiteren kreativen Köpfen erwecken Raina Telgemeier und Scott McCloud die vier Protagonist:innen zum Leben.

Die Charaktere sind divers und mit Liebe zum Detail gezeichnet.

Bis auf wenige Ausnahmen liegt der Fokus auf den Figuren. Detailreiche, überladene Hintergründe sind eher selten.


Mein Eindruck:

Jeder kennt sie, viele lesen sie und doch ist sich kaum einer der genauen Zusammensetzung bewusst:

Es geht um sequentielle Kunst: Comics!

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach.

Das stellen die vier grundverschieden Protagonistinnen und Mitglieder des neu gegründeten Comic-Clubs schnell fest.

Die Bibliothekarin Frau Fatima leitet die Truppe an und ermutigt sie immer wieder. Zudem räumt sie mit Vorurteilen auf und Missverständnisse aus dem Weg.

"Comics selbst sind kein Genre. Sie sind eine Form des Erzählens, die viele Genres umfassen kann."
(Infotext, vgl. S. 138)

Lesende begleiten die Kinder in neun Kapiteln von der Idee zum fertigen Comic:

Geschichte, Storyboard, Seitenaufteilung sowie Abfolge und Gestaltung der einzelnen Panels. Stellenweise werden die Ausführungen etwas abstrakt, aber immer auf Augenhöhe und nie langweilig.

Spielerisch wird z. B. das Zusammenspiel von Bild und Text/Dialog erläutert, d. h. bei Beschreibungen ist weniger oft mehr.

Mimik und Körpersprache ergänzen und unterstreichen. Weitere Worte sind unnötig.

Die Kinder gestalten eigene Mini-Comics (auch Zines genannt) und zwar Schritt für Schritt, damit Lesende es ihnen nachmachen können.

Leicht verständlich, anschaulich und mit viel Humor.

Letztendlich bleibt es natürlich der Phantasie des Einzelnen überlassen und so wird jeder Comic (auch dieser) individuell "gelesen" bzw. verstanden.

"Es braucht Fantasie, Comics zu machen ... und Fantasie, sie zu lesen!"
(Frau Fatima, vgl. S. 181)


Bonusmaterial:

Abschließend gibt es einen Blick hinter die Kulissen. Um den Rahmen der vorangegangenen Geschichte nicht zu sprengen, wird hier nochmal näher eingegangen auf die Entstehung am Beispiel einer Seite aus diesem Buch.

Man erkennt schnell, dass nicht nur viel Herzblut und Arbeit in einer einzelnen Comic Seite stecken, sondern auch, dass sie (zumindest in diesem Fall) durch viele Hände geht vom Rohentwurf bis zur finalen Version.

Daher werden die verschiedenen Comic-Berufe vom Szenarist bis zum Letterer nochmal vorgestellt.

Es gibt zudem ein Interview mit dem Autor und der Zeichnerin sowie ein Glossar.


Fazit:

Diese faszinierende Mischung aus Erzählung und Sachbuch kann ich allen Comic-Fans empfehlen.

Egal ob Jung oder Alt und egal ob man mit dem Namen Scott McCloud bereits etwas anfangen kann.

Wer sich für Comics und deren Gestaltung interessiert, vielleicht selbst gerne den Zeichenstift in die Hand nehmen möchte, sollte seine Nase unbedingt in dieses Buch stecken.

Am Ende der Lektüre sieht und liest man Comics mit ganz anderen Augen!


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Rezensiertes Buch: "Der Comic-Club" aus dem Jahr 2026