Inselflair inmitten einer fesselnden Geschichte

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dicketilla Avatar

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Das Cover des Buches vereint sich wunderbar mit dem des ersten Buches um die Bücherfrauen von Listland. Sofort fühlt man sich auf die nordfriesische Insel angekommen. Fühlt den Sand zwischen den Zehen, das kühlende Wasser umschmeichelt den Körper. So ergeht es Anna März, als sie wieder auf die Insel zurückkehrt, um für die 85-jährige Fenja, Bücherfrau im Listland, auf die Suche ihrer verschwundenen Schwester Martje behilflich zu sein. Die Schwestern, einst unzertrennlich, später auseinandergerissen wurden, danach der Zugang zueinander verloren ging. Martje verschwand als junge Frau in einer Sturmnacht.

Man kehrt in die Zeit um 1958 zurück, wechselnden Jahrgängen und taucht auch in die Gegenwart ein. Eine wechselnde Geschichte, die stets mit der entsprechenden Überschrift gekennzeichnet ist, die die Zeitsprünge verständlicher machen. Ich mag diesen Wechsel verschiedene Zeitebenen, so taucht man mehr in das Wesen der handelnden Personen ein, und fördert auch das Verständnis einzelner Handlungen. Langsam tastet der Leser sich an die Familiengeschichte heran, die von wunderschönen Landschaftsbeschreibungen aufgewertet wird. Es ist aber auch eine Hommage an die schützenswerte Natur, mit ihrer Vielfalt an Flora und Fauna. Und natürlich darf auch keine Liebesgeschichte fehlen. Gabriella Engelmann hat die Gabe mit ihrer Wortwahl viel Gefühl in die Handlung zu transportieren, ohne sentimental zu werden. Auch wird das Leben der Inselbewohner realistisch geschildert. Viele mir vertraute Orte ließen mich an schöne Zeiten erinnern.

Man kann das Buch auch ohne den ersten Teil lesen, aber sollte sich diesen trotzdem nicht entgehen lassen. Zwei Bücher, die als Wohlfühlromane, für schöne Lesestunden sorgen können.