Listländer Frauenleben

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emmmbeee Avatar

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Zwar kenne ich den ersten Band der Dilogie über die Bücherfrauen nicht, doch beim „Strandhafer“ war ich sofort mittendrin im Geschehen. Auch die norddeutschen Inseln kenne ich erst aus Romanen, habe aber meine Sehnsucht für einen späteren Urlaub geweckt. Und so konnte ich in Gedanken herrlich dort verweilen.
Die Figur der Martje ist wohl am eindrücklichsten. Mit ihr habe ich viel eher gefühlt als mit Anna und Svenja. Vielleicht dem ersten Teil der „Bücherfrauen“-Dilogie geschuldet bleiben letztere zwei Frauen etwas diffus. Doch das Hauptaugenmerk ist ja auf Martje gerichtet. Und damit der Lebensablauf dieser Figur deutlicher wird, spielt die Geschichte natürlich in gleich mehreren Zeitepochen.
Gut gefielen mir auch die kursiv gedruckten Texte über die Hütte als Mittelpunkt der Handlung, an sich eigentlich ein lebloser Gegenstand, eine Immobilie, und doch ein bescheidenes Obdach, das eine große Rolle gespielt hat und viel zu erzählen weiß.
Die Sprache ist ruhig, liebevoll erzählend, Stimmung schaffend und hat dabei durchaus Tempo. Doch mehrmals dauerten mir die Seelenschilderungen zu lange, da habe ich quergelesen. Die Küstenlandschaft hingegen ist herrlich geschildert, sehr eingängig und lebhaft, fast schon haptisch. Ich habe mich beim Lesen gern darin aufgehalten, am liebsten auf der Bank des sehr passenden Coverbildes, und möchte den Roman gerne weiter empfehlen.