Mitreißendes Finale der Familiensaga um die Bücherfrauen von Listland

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„Die Bücherfrauen von Listland“ ist eine Dilogie, somit sind die beiden Romane nicht unabhängig voneinander lesbar. In „Der Gesang der Seeschwalben“, dem Auftaktband, haben wir vor allem Anna März und Fenja Lorenzen kennengelernt. Anna ist eine 55-jährige Journalistin, die über die 85-jährige Fenja Lorenzen einen Beitrag schreiben möchte und deshalb nach Listland auf Sylt reist. In der Fortsetzung „Der Duft des Strandhafers“ hilft Anna Fenja nun bei der Suche nach ihrer Schwester, die vor vielen Jahrzehnten spurlos verschwand.

Die Autorin nimmt uns dieses Mal auf eine umfangreiche Reise mit. Die Kapitel spielen teilweise in der Gegenwart, in der wir meistens Fenja und Anna begleiten, oft aber auch in der Vergangenheit (vor allem in den 50er und 70er Jahren), wo der Fokus dann auf Martje, Fenjas Schwester ruht. Engelmann entführt uns nach Sylt, Föhr und Amrum, sowie aufs Festland an der Nordseeküste. Ändert sich die Erzählperspektive, die Zeit oder das Setting, so wird dieses am Kapitelanfang bekanntgegeben, wodurch man beim Lesen nicht durcheinandergerät.

Während der Leser schon viel über Martjes Leben erfährt, macht es Spaß Anna beim recherchieren zu begleiten. Sie stößt dabei auf interessante Spuren und Fenja gesteht später, dass sie ein paar weitere Informationen zurückgehalten hat. Nach und nach offenbart sich was damals wirklich passiert ist, wie es zur dramatischen Trennung der Schwestern kam und warum es niemals ein Wiedersehen gab.

Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht Martje kennenzulernen und herauszufinden, wie ihr Leben verlaufen ist. Dabei hat die Autorin tolle Ideen gehabt und nebenbei viel Wissen über die Nordseeinseln zu den jeweiligen Jahrzehnten eingebaut. Außerdem gibt es natürlich ein Wiedersehen mit Eric und es wurden ein paar weitere Personen vorgestellt, die das Durchschnittsalter der Figuren deutlich gesenkt haben, denn die Geschichte bewegt das Leben etlicher Generationen.

Der Abschlussband ist definitiv mitreißend. Er beinhaltet dramatische Schicksale, die Auflösung eines packenden Familiengeheimnisses und ist bewegend, sowohl in den positiven Emotionen wie Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch in den eher negativen Gefühlen wie Trauer, Verzweiflung und Leid. Alle Fäden werden am Ende gekonnt verwoben, es gibt reichlich Nordseefeeling und ein schönes und schlüssiges Finale für die Bücherfrauen von Listland.

Fazit: Im Abschluss der Dilogie offenbart sich nun das ganze Drama der Familiensaga. Es wird emotional, fesselnd und mitreißend, während man das Leben der Figuren über etliche Jahrzehnte begleitet. Garniert wird das Ganze mit reichlich Inselfeeling und Nordseevibes. Ein mehr als würdiger Abschluss dieser schönen Listland-Dilogie.