Vergessene Schwester
Ein Buch, das tief in die Seele geht, voller Melancholie und Herzschmerz, einfach träumerisch. Die Journalistin Anna kehrt nach Sylt zurück, um der 85jährigen Fenja bei der Suche ihrer Schwester Martje zu helfen, die 1958 plötzlich verschwand, ohne sich je wieder zu melden. Angeblich soll Martje sich in einen Piraten verliebt haben und nach einer schweren Sturmnacht waren die beiden dann plötzlich verschwunden. Anna beginnt zu recherchieren und kommt nach Befragung von alten Bekannten einige Bruchstücke zusammen, die in eine akribische Suche ausarten. Aber Fenja weiß anscheinend mehr, als sie zugibt. Wir erleben hier zwei Zeitebenen, einmal ab 1958 und dann das Heute. Sehr eindrucksvoll ist das Leben und das Leiden der Protagonisten beschrieben, wir erleben einen Vogelwart, die Inseln Föhr, Amrum und Sylt. Die wunderbare Natur, Flora und Fauna und das Schauspiel von Wasser, Wind und Himmel. In einer ruhigen fließenden Art wird uns die Geschichte der beiden Schwestern erzählt, die als Kinder unzertrennlich waren und der Trennungsschmerz ist greifbar nah. Das Schicksal schlägt mitunter stark zu, aber es gibt auch Momente der Zufriedenheit und des stillen Glücks und auch Anna hat einiges mit sich zu tun. Die Autorin bringt mit ihrer wirklich ruhigen und mitfühlenden Art die Geschichte glaubhaft und realitätsnah rüber. Ihre Ausdrucksweise ist ruhig fließend, die Kapitel fliegen nur so dahin und man muß immer weiter lesen, denn das Schicksal hält alle in Atem. Das pastellfarbige Cover mit einer einfachen Bank am Strand, dahinter die See, bringt Entspannung, Urlaubsfeeling. Auch das Ende ist mehr als stimmig und der Leser legt nach der Lektüre das Buch entspannt auf die Seite.