Zwei Zeiten

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immenhof Avatar

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Beim Roman handelt es sich um den zweiten und abschließenden Teil. Möglicherweise liegt meine Wahrnehmung auch daran, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe, doch ich bin mit den Figuren nicht richtig warm geworden und konnte mich nur schwer mit ihnen identifizieren.

Martje wirkte auf mich als Charakter eher unsympathisch. Die Gründe für die Trennung sowie ihren starken Groll gegenüber ihrer Schwester konnte ich nur bedingt nachvollziehen. Nach der ersten traumatischen Beziehung mit Hark geht sie auch Jahre später, obwohl man eine gewisse Reife erwarten könnte, erneut eine Beziehung ein und wird schwanger. Dass sie die Heiratspläne ihrer 21-jährigen Tochter kritisch sieht und stattdessen meint, diese solle das Leben genießen, empfand ich als etwas befremdlich. Gleichzeitig passt es jedoch zum dargestellten Charakter.

Der Charakter von Hark ist grundsätzlich gut gezeichnet. Sein wiederholtes Auftauchen im Verlauf der Handlung wirkte auf mich jedoch teilweise etwas unerklärt.

Die fehlende Identifikation mit dem Buch könnte auch daran liegen, dass zwar die Landschaft sehr ausführlich beschrieben wird, gleichzeitig aber versucht wird, Martjes gesamtes Leben abzubilden. Im ersten Drittel konnte ich noch mit ihr mitfühlen, doch durch die zunehmende Verdichtung der Ereignisse und die ausgelassenen Entwicklungsschritte ging dies im weiteren Verlauf wieder verloren. Ein stärkerer Fokus auf einen kürzeren Zeitraum hätte für mich mehr Spannung und Identifikation geschaffen.

Für Leserinnen und Leser, die sich für die Nordseeinseln begeistern, ist der Roman aufgrund der atmosphärischen und gelungenen Beschreibungen dennoch sicherlich empfehlenswert.