Die Liebe zur Literatur …
Ich hatte Glück bei @vorablesen und darf „Der Gärtner und die Katze – Eine Reise zu den berühmtesten Gedichten der Weltliteratur“ von Thomas Schlesser lesen. Darüber freue ich mich sehr, denn ich habe schon „Monas Augen“ begeistert verschlungen und meine Erwartungen sind deshalb sehr hoch. Auch das Cover des neuen Romans ist malerisch und poetisch gestaltet, was mir sehr zusagt und spielt zudem in der Provence, die ich sehr liebe und im Sommer bereist habe.
Als Betrachter sieht man einen verschwommenen, malerischen Garten mit einer Brücke, auf die der Gärtner und die Katze, zu sehen sind. Unterhalb gibt es üppige Vegetation zu entdecken. Die Szene wirkt, auf den ersten Blick, wie aus einem Gemälde von Claude Monet.
Schlägt man das Buch auf, darf man sich über Illustrationen von alten Gedichten und Büchern freuen, dass sieht ebenfalls in meinen Augen sehr ansprechend und stimmig aus. Der Roman startet mit einem Zitat mit unerwarteter Wendung, dass seine Wirkung auf mich nicht verfehlt:
… Für die guten und die schlechten Schüler. Aber besonders für die schlechten…
Für die schlechten und die guten Lehrer. Aber eher für die besten … …
Hach, wie schön. Das muss ich erst einmal sacken lassen. Der nachfolgende Inhalt gliedert sich in drei Teile: „Der Ruf der Stürme“, „Der fantastische Freund“ sowie „Ein verrückter Frühling“. Gespannt fange ich an zu lesen. Die wichtigsten Protagonisten sind dieses Mal der wortkarge Gärtner Louis, sein geliebter Kater, die junge Tierärztin Julia sowie die ehemalige Literaturlehrerin Thalie und deren Langzeitverlobter Nikola, um nur einige zu nennen. Im Kern der Geschichte geht es um den sensiblen Gärtner Louis, der mit gleich zwei Schicksalsschlägen zu kämpfen hat. Da ist die schwere Erkrankung des Katers und der verheerende Sturm, der das entlegene Provence Dörfchen verwüstet, zu benennen. Hilfe in dieser Gemengelage bietet dann die ehemalige Literaturlehrerin Thalie mit ihrer Leidenschaft für Gedichte. Aber wie im richtigen Leben, gibt es hier auch noch ein paar „giftige Kröten“ zu schlucken... Der Schreibstil und die Wortwahl, des Autoren Thomas Schlesser, gefallen mir wieder sehr gut. Der Plot ist feinfühlig und sensibel mit zahlreichen Gedichten und Versen aus der Weltliteratur, wie z.B. diesem hier:
… Gedicht, Gedicht, ich bitte Sie nur … Ich bitte Sie nur um ein wenig Gold, damit ich glücklich sein kann mit der, die ich liebe. …
Ich fühle mich ein wenig an meine eigene Schulzeit zurückversetzt. Und auch „an die Lacher meiner Klassenkameraden“, die meine Fehl-Interpretationen oder Deutungen zu „Auf dem See“ von Goethe gesorgt haben. Für mich ging es um Geburt und nicht um den Beginn einer neuen Liebe… Kicher, da hätte ich gerne eine geduldige Privat-Lehrerin, wie Thalie gehabt, die mir diese “Liebe zur Lyrik“ und die Fachbegriffe näherbringt. Die Atmosphäre und Stimmung im Roman ist durchweg kinoreif und durchaus empathisch und feinfühlig beschrieben. Der Spannungsaufbau ist perfekt. Man möchte das Buch als Leser kaum aus der Hand legen, um zu erfahren, wie es den Romanfiguren ergeht.
…Wo die Worte Wurzeln schlagen und Gedichte heilen …
Als Leser erfährt man hier ganz nebenbei Gedichtanalyse, Lyrikinterpretation und das Zerlegen bzw. analysieren der Textbestandteile, Strophen, Vers- und Reimschema, wie Paarreim (aabb) oder Kreuzreim (abab). Und auch persönliche Hintergründe aus dem Leben und Wirken zu Sappho, Rimbaud, Neruda, Rilke oder Baudelaire, um nur einige zu nennen. Sprache oder besser noch Literatur ist in diesem Roman ein wesentlicher Part dieser „fast“ aus der Zeit gefallenen Geschichte. Einer aktuellen Zeit mit Kriegen, Konflikten, wirtschaftlichen Problemen, rasenden technischen Entwicklungen und zunehmenden Klimaproblemen, die immer wieder Auswirkungen auf die Natur nehmen. Aber auch sich ändernde Bündnisse und Zunahme der Bedeutung der politischen Ränder verunsichern sicherlich den einen oder anderen. Vom Großen ins Kleine kann man die Zunahme der Egoismen, die Abnahme von Moral und Ethik im alltäglichen konstatieren. Hier setzt die besondere Nachbarschaft von Gärtner Louis und Literaturlehrerin Thalie einen erfreulichen Gegenpart. Ich empfand es schwieriger als „Monas Augen“ zu lesen, aber wer sich darauf einläßt, wird bestimmt auch wie ich, am Ende von der Geschichte in den Bann gezogen werden.
Fazit: ***** Der Roman „Der Gärtner und die Katze – Eine Reise zu den berühmtesten Gedichten der Weltliteratur“ von Thomas Schlesser ist im Piper Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit dem Index der Gedichte und Chansons, den ich übrigens sehr hilfreich fand und den Hinweisen zur Literatur 382 Seiten die nicht immer einfach zu lesen waren, aber mir hervorragend gefallen haben. Gerne mehr davon!
Als Betrachter sieht man einen verschwommenen, malerischen Garten mit einer Brücke, auf die der Gärtner und die Katze, zu sehen sind. Unterhalb gibt es üppige Vegetation zu entdecken. Die Szene wirkt, auf den ersten Blick, wie aus einem Gemälde von Claude Monet.
Schlägt man das Buch auf, darf man sich über Illustrationen von alten Gedichten und Büchern freuen, dass sieht ebenfalls in meinen Augen sehr ansprechend und stimmig aus. Der Roman startet mit einem Zitat mit unerwarteter Wendung, dass seine Wirkung auf mich nicht verfehlt:
… Für die guten und die schlechten Schüler. Aber besonders für die schlechten…
Für die schlechten und die guten Lehrer. Aber eher für die besten … …
Hach, wie schön. Das muss ich erst einmal sacken lassen. Der nachfolgende Inhalt gliedert sich in drei Teile: „Der Ruf der Stürme“, „Der fantastische Freund“ sowie „Ein verrückter Frühling“. Gespannt fange ich an zu lesen. Die wichtigsten Protagonisten sind dieses Mal der wortkarge Gärtner Louis, sein geliebter Kater, die junge Tierärztin Julia sowie die ehemalige Literaturlehrerin Thalie und deren Langzeitverlobter Nikola, um nur einige zu nennen. Im Kern der Geschichte geht es um den sensiblen Gärtner Louis, der mit gleich zwei Schicksalsschlägen zu kämpfen hat. Da ist die schwere Erkrankung des Katers und der verheerende Sturm, der das entlegene Provence Dörfchen verwüstet, zu benennen. Hilfe in dieser Gemengelage bietet dann die ehemalige Literaturlehrerin Thalie mit ihrer Leidenschaft für Gedichte. Aber wie im richtigen Leben, gibt es hier auch noch ein paar „giftige Kröten“ zu schlucken... Der Schreibstil und die Wortwahl, des Autoren Thomas Schlesser, gefallen mir wieder sehr gut. Der Plot ist feinfühlig und sensibel mit zahlreichen Gedichten und Versen aus der Weltliteratur, wie z.B. diesem hier:
… Gedicht, Gedicht, ich bitte Sie nur … Ich bitte Sie nur um ein wenig Gold, damit ich glücklich sein kann mit der, die ich liebe. …
Ich fühle mich ein wenig an meine eigene Schulzeit zurückversetzt. Und auch „an die Lacher meiner Klassenkameraden“, die meine Fehl-Interpretationen oder Deutungen zu „Auf dem See“ von Goethe gesorgt haben. Für mich ging es um Geburt und nicht um den Beginn einer neuen Liebe… Kicher, da hätte ich gerne eine geduldige Privat-Lehrerin, wie Thalie gehabt, die mir diese “Liebe zur Lyrik“ und die Fachbegriffe näherbringt. Die Atmosphäre und Stimmung im Roman ist durchweg kinoreif und durchaus empathisch und feinfühlig beschrieben. Der Spannungsaufbau ist perfekt. Man möchte das Buch als Leser kaum aus der Hand legen, um zu erfahren, wie es den Romanfiguren ergeht.
…Wo die Worte Wurzeln schlagen und Gedichte heilen …
Als Leser erfährt man hier ganz nebenbei Gedichtanalyse, Lyrikinterpretation und das Zerlegen bzw. analysieren der Textbestandteile, Strophen, Vers- und Reimschema, wie Paarreim (aabb) oder Kreuzreim (abab). Und auch persönliche Hintergründe aus dem Leben und Wirken zu Sappho, Rimbaud, Neruda, Rilke oder Baudelaire, um nur einige zu nennen. Sprache oder besser noch Literatur ist in diesem Roman ein wesentlicher Part dieser „fast“ aus der Zeit gefallenen Geschichte. Einer aktuellen Zeit mit Kriegen, Konflikten, wirtschaftlichen Problemen, rasenden technischen Entwicklungen und zunehmenden Klimaproblemen, die immer wieder Auswirkungen auf die Natur nehmen. Aber auch sich ändernde Bündnisse und Zunahme der Bedeutung der politischen Ränder verunsichern sicherlich den einen oder anderen. Vom Großen ins Kleine kann man die Zunahme der Egoismen, die Abnahme von Moral und Ethik im alltäglichen konstatieren. Hier setzt die besondere Nachbarschaft von Gärtner Louis und Literaturlehrerin Thalie einen erfreulichen Gegenpart. Ich empfand es schwieriger als „Monas Augen“ zu lesen, aber wer sich darauf einläßt, wird bestimmt auch wie ich, am Ende von der Geschichte in den Bann gezogen werden.
Fazit: ***** Der Roman „Der Gärtner und die Katze – Eine Reise zu den berühmtesten Gedichten der Weltliteratur“ von Thomas Schlesser ist im Piper Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit dem Index der Gedichte und Chansons, den ich übrigens sehr hilfreich fand und den Hinweisen zur Literatur 382 Seiten die nicht immer einfach zu lesen waren, aber mir hervorragend gefallen haben. Gerne mehr davon!