Garten und Literatur
Das Buch von Thomas Schlesser erzählt von der Liebe zu Pflanzen und Tieren, von den unbeugsamen Elementen der Natur und der Verzweiflung und Ohnmacht der Menschen, die mit Kummer, Wut und schlechten Nachrichten nicht umgehen können, die sich zurückziehen und verstummen.
Louis, der hochsensible und höchst talentierte junge Gärtner beschützt sein kleines, zugelaufenes, aber todkrankes kleines Kätzchen und liebt seinen wunderschönen Garten. Ein Sturm zerstört über Nacht viele wundervolle Gärten in seiner Umgebung, im kleinen Dorf in Südfrankreich. Die neuen, älteren Nachbarn freunden sich mit ihm, den schweigsamen, ungelenken Arbeiter an und Thalie, diese Literaturprofessorin im Ruhestand führt ihn ein in ihre Welt, zu großen Dichtern und Denkern, sie lehrt ihn zu rezitieren, zu sprechen, sich auszudrücken und es berauscht ihm. Rasch findet er Gefallen an der neuen Freundschaft mit Thalie und Nikola und so verbringt er viel Zeit in deren Gesellschaft und Garten, den er nun, wie sein eigen, bestens hegt und pflegt und die Schäden, die die Natur auch hier angerichtet hat, beseitigt. Sein Kätzchen, dem er nicht mehr zu helfen vermag, verfällt immer mehr und sein Schmerz darüber ist fast unerträglich. Ein nun plötzlich zugelaufener Hund wird sein neuer Gefährte. Wie Gedichte und Bücher ihn langsam auf eine andere Ebene befördern, wie Louis sich öffnet, Gefallen an bisher Unbekannten findet und wer und was ihn behutsam von seinen depressiven Stimmungen befreit, wird hier auf so berührende Weise vom Autor erzählt.
Ein Buch voller Leidenschaft und Poesie, es erzählt von Liebe und von Trauer, da darf man lachen und weinen. Man kann hoffen, sich freuen und Dichter und ihre schönsten, grandiosen Werke entdecken.
Am Ende des Bandes gibt es einen Index mit den angeführten Gedichten und deren Künstler.
Ein schöner Ausspruch aus dem Buch: "Was habt ihr heute in der Welt getrieben? Wir haben sie dichterisch bewohnt!"