Atmosphärisch erzählt mit einer starken Hauptfigur

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danshi Avatar

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Historische Romane schaffen es nicht immer, Geschichte und persönliche Schicksale ausgewogen miteinander zu verbinden. Hier hatte ich jedoch das Gefühl, dass beides gut ineinandergreift. Die Autorin vermittelt die Lebensumstände Ende des 19. Jahrhunderts sehr anschaulich, ohne den Lesefluss mit zu vielen historischen Details zu bremsen. Besonders die Teilung Finkenwerders sowie die Auswirkungen der Cholera verleihen der Handlung zusätzliche Spannung.
Am meisten überzeugt hat mich Kea. Sie ist eine Protagonistin, deren Entscheidungen nachvollziehbar bleiben, auch wenn sie sich gegen gesellschaftliche Erwartungen stellt. Ihre Leidenschaft für den Apfelgarten und ihr Wunsch, den perfekten Apfel zu züchten, geben ihr eine interessante eigene Motivation, die über die Liebesgeschichte hinausgeht. Auch Kristen entwickelt sich zu einer Figur, mit der man gern mitfühlt.
Die Rückschläge und Konflikte wirken glaubwürdig, und die verschiedenen Beziehungen innerhalb der Familien sorgen dafür, dass die Handlung abwechslungsreich bleibt. Besonders gelungen fand ich außerdem die bildhaften Naturbeschreibungen. Sie erzeugen eine Atmosphäre, die hervorragend zu diesem historischen Roman passt, ohne jemals zu ausschweifend zu werden.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Das Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut und spiegelt den Ton der Geschichte passend wider. Dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, merkt man am Ende deutlich. Einige Handlungsstränge bleiben offen, was einerseits neugierig auf den zweiten Band macht, andererseits hätte ich mir bei einzelnen Entwicklungen einen etwas runderen Abschluss gewünscht.
Insgesamt ist der Autorin ein stimmungsvoller historischer Roman gelungen, der von einer interessanten Zeit, starken Figuren und einer bewegenden Liebesgeschichte lebt. Ich freue mich darauf, die Geschichte weiterzuverfolgen.